Hassrede im Internet – So gefährlich ist sie!

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Hassrede im Internet – So gefährlich ist sie!

Hate Speech bzw. Hassrede – ein Begriff, der seit einigen Jahren sehr präsent in den Medien ist und sich immer weiter verbreitet. Denn immer öfter kommen Menschen damit in Berührung. Damit sind auch keine konstruktiv kritischen Kommentare unter einem Post gemeint, sondern leider wirklich heftige Beleidigungen, die den Creator, den Autor oder andere diffamieren sollen.
 
 
Diese Hassrede kommt in allen möglichen sozialen Netzwerken vor. Egal, ob Facebook, Instagram, Twitter oder TikTok. Viele Nutzer wurden schon einmal im Netz beschimpft oder durch Wortäußerungen angegriffen oder stigmatisiert.
 
 
Das Problem dabei ist, dass Hassrede mittlerweile einige User im Internet betrifft, was diese Orte zu einer sehr negativen Erfahrung für diese Personen macht. Außerdem ist Hate Speech ein starker Nährboden für weitere schlimme Dinge, wie beispielsweise Extremismus.
 
 
Falls du selbst oder jemand in deinem Umfeld auch jemanden kennst, der mit Hassrede im Internet konfrontiert ist, kannst du dies auch zur Anzeige bringen. Die Seite “hassmelden.de” leitet Hate Speech-Kommentare direkt an die Polizei weiter.
 
 
In diesem Blogbeitrag wollen wir dir zeigen, was Hassrede ist, wie sie sich äußert, welche Gefahren sie bringt und was du dagegen tun kannst.
 
 
 

Was ist Hassrede überhaupt?

 
 
 
Hassrede (engl. hate speech) bezeichnet sprachliche Ausdrucksweisen von Hass, die der Herabsetzung und Verunglimpfung einer bestimmten Person oder Personengruppe dienen. Diese werden dabei verbal, meist in Kommentaren unter den Beiträgen angegangen.
 
 
Zusammengefasst ist Hassrede Hass, der im Internet verbreitet wird. Die Hater nehmen dabei keine Rücksicht auf die Gefühle der Betroffenen. Sie beleidigen diese durch Ansprechen und Verbreiten von Inhalten, die für die Personen verletzend sein können.
 
 
Meist geht Hate Speech von Hatern und Trollen aus, deren Meinung im Alltag seltener wahrgenommen wird. Das Gegenüber fehlt und die Personen trauen sich meist auch nicht, ihre Ansichten in der Öffentlichkeit kundzutun.
 
 
 

 
 
 

Wie äußert sich Hate Speech im Internet?

 
 
 
Wie bereits erwähnt, findet man diese Hassrede neben dem klassischen “Stammtisch Gewaaf” ausschließlich im Internet und Social Media. Die Formen der Äußerungen in den Kommentaren sind sehr unterschiedlich und variieren je nach Zielgruppe.
 
 
Auch wenn es keine rechtsbindende Definition von Hassrede gibt, kann man einige Muster und Merkmale erkennen, denen die Hater folgen beim Verbreiten. Dabei sieht man, dass der Hass vor allem gegen Personengruppen gerichtet ist, die in einer Minderheit stehen.
 
 
Wenn man in die letzten Jahre zurückblickt, merkt man, dass vor allem Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer sexuellen Orientierung, ihres Geschlechtes oder ihrer Religion Opfer von Hassrede geworden sind. Plump gesagt eine digitale Form der Menschenfeindlichkeit.
 
 
 

Muster von Hassrede

 
 
 
Es lassen sich auch einige Muster erkennen, wenn man sich verunglimpfende Kommentare durchliest. Einige davon werde ich im Folgenden aufzählen.
 
 

Fake News als Mittel für Hassrede

 
 
Oft werden Falschinformationen, die durch Halbwissen entstehen, verbreitet, die viele glauben und so weiter Hass schüren. Dies kannst du aber einfach verhindern, indem du genauer recherchierst oder dich mit Betroffenen unterhälst. Dadurch entsteht eine bessere Aufklärung als durch Verbreiten von Fake News.
 
 
Gerade bei rassistischen Posts liest man häufig Kommentare von uninformierten Menschen mit Aussagen wie: “Alle Flüchtlinge haben ein teures Handy” oder “Die kommen nur, um uns die Arbeit wegzunehmen”. Durch solches Halbwissen entstehen Lügen und die wiederum zu Hass.
 
 

Aber-Rhetorik

 
 
Ein weiteres verbreitetes Muster von Hate Speech ist die sogenannte “Aber-Rhetorik”. Diese Form fängt meist an mit Formulierungen wie: “Ich hab’ ja eigentlich nichts gegen diese Menschen, ABER…” Und endet meistens mit Stereotypen, die darauf schließen, dass der Verfasser doch etwas gegen das Ziel hat.
 
 
Diese Form liest man häufig unter Beiträgen, die wegen sexueller Orientierung diskriminierend sind oder einen
sexistischen Inhalt verbreiten sollen.
 
 

Aufruf zu Gewalt durch Hassrede

 
 
Eine mittlerweile leider weitverbreitete Form von Hate Speech ist der Aufruf zu Gewalt gegen eine bestimmte Personengruppe. Oft nutzen Verfasser hier auch eine sehr beleidigende Sprache, die das Ganze noch härter wirken lässt.
 
 
Je verbreiteter die verschiedenen Muster der Hassrede sind, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass Personen diese übernehmen, die sich den Auswirkungen nicht bewusst sind. Das bedeutet nicht nur im Internet einen oder mehrere Kommentare verfassen. Viele könnten auch den Worten Taten folgen lassen.
 
 
Hier siehst du noch weitere Muster von Hassrede, die von der Landesanstalt für Medien NRW aufgelistet wurden:
 
 
 

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Muster von Hassrede im Internet


 
 
 

Welche Gefahren birgt Hate Speech?

 
 
 
Hate Speech hat viele Gefahren. Nicht nur für die Opfer, die auch langfristig unter den psychischen Folgen leiden müssen. Leider profitieren auch einige von Hate Speech wie z. B. die AfD, die sich den Hass zunutze macht und dadurch mehr Zulauf bekommt.
 
 

Imageschäden durch Hassrede

 
 
Abgesehen von den Tätern, die sich durch das Schlechtreden nicht gerade mit Ruhm bekleckern, lenkt auch der Inhaber des Profils ein schlechtes Licht auf sich. Ein Beispiel dafür ist, wenn eine Zeitung auf ihrem Social Media Profil einen Link zu einem Artikel von sich teilt und eine hitzige Diskussion entfacht wird.
 
 
Außerdem kann das Unternehmen für die Verstöße der Nutzer in Verantwortung genommen werden, wenn sie die Hate Speech nicht unterbinden bzw. nichts dagegen unternehmen. Aber vor allem das Image leidet unter der Hate Speech.
 
 

Einfluss auf öffentliche Meinungsbildung

 
 
Wenn viele Kommentare unter einem Post negativ sind, kann dies auch so wirken, als wäre das die allgemeine Meinung. In der Regel sind das aber auch nur Ausnahmen, die so eine negative Stimmung verbreiten. Es gibt aber auch “Hategroups”, die den Onlinediskurs gezielt beeinflussen, um auf sich aufmerksam zu machen.
 
 
Und genau hier liegt ein weiteres Problem: Zu viele Hater und Trolle können anderen den Eindruck vermitteln, dass diese Meinung trotzdem die richtige ist. Dadurch können sich auch viele beeinflussen lassen und die gleichen Meinungen irgendwann vertreten und ebenfalls zu Hatern werden.
 
 

Verunsicherung von friedlichen Menschen

 
 
Hater haben öfter einen Drang, ihre Meinung kundzugeben als friedlich gesinnte Menschen. Bei übermäßigen Hasskommentaren können sich friedliche Menschen stark eingeschüchtert fühlen und Creator und Redaktionen überfordert fühlen. Das führt im schlimmsten Fall zu einer Einschränkung der Meinungsvielfalt.
 
 
Ein Diskurs lebt ja bekanntlich von verschiedenen Meinungen zu einem bestimmten Thema – zumindest solange sich nicht eine Seite unterdrückt und eingeschränkt fühlt. Durch übermäßige Hate Speech können sich viele User aus Angst vor persönlichen Angriffen eingeschränkt fühlen, da sie ihre Meinungen und Fakten nicht mehr aussprechen wollen.
 
 
So verbreiten sich auch Fake News und andere Hetze besser.
 
 

Häufigere Gewalttaten

 
 
Leider folgen manchen Worten auch Taten. Es gibt Studien aus den USA, Deutschland und Großbritannien, die belegen, dass Hate Speech einen großen Einfluss auf Gewalttaten in der Realität hat.
 
 
Ein gutes Beispiel dafür ist der Anstieg der Verurteilungen wegen Volksverhetzung und Gewaltdarstellungen im Internet, der sich im Jahr 2015 verdoppelt hat. Darunter fallen neben Pöbeleien auch schwere Körperverletzungen und sogar Brandanschläge gegen beispielsweise Asylunterkünfte.
 
 
Hier zeigt sich besonders gut die Gefahren von Hassrede. Viele Hater sind so in tief in diesem Sumpf aus Hass und Hetze gefangen, dass für viele Gewalt gegen eine Minderheit oder andere Gruppe der einzige Ausweg zu sein scheint. Dabei wären ein sachlicher Austausch und das Heranziehen von seriösen Quellen eine gute Möglichkeit, von Stereotypen und Klischees wegzukommen.
 
 
 

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Welche Gefahren birgt Hate Speech?


 
 
 

Was kannst du gegen Hate Speech tun?

 
 
 
Wer mit Hassrede zu tun hat, will diese natürlich auch so schnell wie möglich loswerden. Hier sind ein paar Tipps, wie du am besten mit Hate Speech umgehst:
 
 

Solidarisch mit den Betroffenen sein

 
 
Immer gut ist, wenn man sich solidarisch den Betroffenen gegenüber verhält. Egal, ob es ein Freund, Verwandter oder Bekannter ist. Eine freundliche Nachricht gibt dem Empfänger das Gefühl, nicht alleine zu sein und gemeinsam ist man sowieso immer stärker als alleine.
 
 
Bei Kommentaren unter öffentlichen Seiten kannst du dich ebenfalls solidarisch zeigen, indem du sachlich einen unterstützenden Kommentar schreibt.
 
 

Humor als Konter gegen Hassrede

 
 
In manchen Fällen kann man gegen Hassrede auch mit Humor vorgehen. Das kann in machen Fällen auch arrogant wirken, aber oft lockert das sie Situation vor allem für den Betroffenen etwas auf, wenn er weiß, dass andere nicht so denken und sich mehr oder weniger über die Hater “lustig machen”.
 
 
Im Internet gibt es sogar einen Generator, mit dem man Memes und GIFs erstellen kann, die sich über Hasskommentare gegen Minderheiten lustig machen. Dabei geht es vor allem um Rassismus, Antisemitismus und Hass gegen die LGBTQ-Community.
 
 

Durchatmen ist wichtig

 
 
Wer einen Hasskommentar vorfindet, neigt oft dazu, einen ähnlichen Kommentar gegen den Verfasser zu schreiben. Meist enthält dieser dann auch oft wüste Beleidigungen und eine hitzige Diskussion entfacht. Deswegen immer die Ruhe bewahren! Die Augen schließen, bis zehn zählen und tief durchatmen.
 
 
Nicht gleich wild drauf los schreiben, sondern sich sachliche Argumente überlegen, die das Gegenüber entkräften. So kannst du auch gezielter Fake News enttarnen.
 
 

Hasskommentare und Hetze melden

 
 
Manchmal findet man aber auch Kommentare und Posts, die wirklich unter die Gürtellinie gehen und sogar strafrechtlich relevant sind. Dann hilft ignorieren nicht mehr und es muss gehandelt werden. In allen sozialen Netzwerken kann man Hass melden und den Seitenbetreiber darauf aufmerksam machen.
 
 
Wenn man selbst der Betreiber einer Seite oder eines Profils ist und Hate Speech mitbekommt, kann selbst einige Nutzer blockieren und sperren, damit diese nicht weiter Hetze verbreiten können.
 
 
 

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Was kann ich gegen Hassrede tun?


 
 
 

NO HATE SPEECH Kampagne

 
 
Es gibt auch eine Kampagne des NO HATE SPEECH Movements, das sich gegen Hassrede im Internet einsetzt. Die Initiatoren geben auf ihrer Webseite Hilfestellungen beim richtigen Umgang mit Hatespeech an und zeigen, an wen man sich als Betroffener wenden kann. Unterstützt werden sie dabei auch von der Bundesregierung und dem Europarat.
 
 
Auch die Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen hat sich dem Thema Hassrede angenommen und auf ihrer Webseite einige interessante Artikel zum Thema Hate Speech veröffentlicht.
 
 
 

 
 
 

Netiquette – Was du als Betreiber von Social Media Seiten gegen Hassrede tun kannst

 
 
Diskussionen sind wichtig und ein Austausch von unterschiedlichen Meinungen und Standpunkten gehören zur Meinungsfreiheit dazu. Doch es ist wichtig, respektvoll miteinander umzugehen und andere auch an der Diskussion teilhaben zu lassen.
 
 
Um präventiv gegen Hassrede vorzugehen, kannst du deshalb als Betreiber einer Seite eine Netiquette aufstellen oder eine bereits bestehende wie die des Hofer Land nutzen und auf diese gerne verlinken.
 
 
In dieser Netiquette sind verschiedene Punkte aufgelistet, an die sich Nutzer der Seite in den Kommentaren und im Austausch halten sollen. Natürlich musst du als Inhaber der Seite auch dafür sorgen, dass diese Richtlinien auch konsequent durchgesetzt werden.
 
 
 

Rechtliche Aspekte zum Thema Hassrede

 
 
 
Wenm du Hate Speech zur Anzeige bringen möchtest, kannst du dies ganz einfach tun. Es gibt einige Paragrafen, die Hass im Internet bestrafen können und meist Geldstrafen beinhalten, aber in seltenen ganz extremen Fällen kann es auch zu einer Freiheitsstrafe führen.
 
 
Gerade wenn es um Volksverhetzung, das Aufrufen zu Straftaten, Nötigung, Beleidigung und üble Nachrede geht, solltest du die Posts und Kommentare melden, die Profile der Verfasser ansehen und diese anzeigen. Manche verstehen es leider nicht anders.
 
 
Wie gerade schon erwähnt, gehört auch eine große Portion Mut dazu, sich gegen Hetze zu wenden, aber auf andere Wege ist es oft sehr schwer, mit diesen Menschen zu diskutieren und manche Kommentare sollen einfach nur beleidigen oder im schlimmsten Fall zu Gewalt aufrufen. Daher solche Kommentare sofort melden.
 
 
Seit Juni 2020 gibt es außerdem das Gesetz gegen Hasskriminalität, das besagt, dass Hassposts wie Volksverhetzung oder Morddrohungen nicht nur von sozialen Netzwerken entfernt werden, sondern auch direkt an das Bundeskriminalamt weiterleiten.
 
 
Bei der Anzeige von Hate Speech gibt es einige relevante Paragrafen zur Strafverfolgung:
 
 
 

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Relevante Paragrafen zur Bekämpfung von Hate Speech


 
 
 

Hassrede zur Anzeige bringen – Hassmelden

 
 
Auf der Seite “hassmelden.de” ist es möglich eine Online-Anzeige schalten zu lassen. Über eine App kann man Hate Speech-Kommentare melden. Von den Betreibern werden diese dann auf eine mögliche strafrechtliche Relevanz geprüft.
 
 
Falls ein strafrechtlicher Tatbestand vorliegt, wird eine Anzeige bei der “Zentrale zur Bekämpfung der Internetkriminalität der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main” geschalten und das auch mit großem Erfolg!
 
 
Von täglich über 1.000 gemeldeten Inhalten werden fast 30% zur Anzeige gebracht. Gerade deswegen ist es wichtig Hassrede nicht zu dulden und Courage zu zeigen.
 
 
 

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Hassrede zur Anzeige bringen – hassmelden.de


 
 
 

Fazit

 
 
 
Hassrede ist gefährlich! Vor allem, wenn man sieht, dass die Anzahl der aus Hate Speech resultierenden Gewalttaten stark gestiegen ist. Aber auch die betroffenen Personen, die damit konfrontiert werden, leiden oft unter der Angst, angegriffen zu werden und müssen mit den psychischen Folgen leben.
 
 
Deshalb ist es extrem wichtig, sich mit den Kommentaren zu befassen und gegebenenfalls zu melden. Manchmal hilft auch schon mit den Opfern solidarisch zu sein und einen unterstützenden Kommentar zu schreiben oder eine Nachricht, die zeigt, dass man nicht alleine ist. Im Notfall kann man einen User auch melden und sogar anzeigen.
 
 
Solche Probleme kann man nur gemeinsam lösen und daher ist es wichtig, im Kollektiv gegen Hassrede vorzugehen. Dadurch lässt sich Gewalt gegen Minderheiten verhindern, Verunglimpfung gibt es nicht und Fake News können enttarnt werden.
 
 
 

 
 

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Jan-Lucas Menger

Hey, ich bin Jan-Lucas und Werkstudent im Einstein1. Ich interessiere mich für Online Marketing und alles rund um Entrepreneurship.

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