EXIST-Gründerstipendium: Alle Infos zum Förderprogramm
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Seminarraum mit Studenten der Hochschule Hof

EXIST-Gründerstipendium: Alle Infos zum Förderprogramm

Was hält vor allem junge Menschen sehr häufig von der Gründung eines Start-Ups ab? Richtig: fehlendes Kapital. Eine Möglichkeit, diesen Engpass zu umgehen, ist das EXIST-Gründerstipendium, ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

 

Prof. Dr. Seidel hielt zum Thema EXIST-Gründerstipendium am 22.06. einen Workshop an der Hochschule Hof. Wir fassen die Erkenntnisse des Workshops hier noch mal zusammen und zeigen dir in diesem Post, was EXIST überhaupt ist, wer es wie beantragen kann und welche Vorteile es bietet. Let´s go!

Prof. Dr. Seidel beim Vortrag zum EXIST Gründerstipendium

Prof. Dr. Seidel führte die Studis durch die Geheimnisse des EXIST-Gründerstipendiums

EXIST-Gründer­stipendium?

 

Das EXIST-Gründerstipendium dient primär der Stärkung des Gründergeistes an Universitäten und fördert und unterstützt Wissenschaftler/innen, Hochschulabsolventen, ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter/innen, Studierende und Gründerteams bis drei Personen bei ihrem Gründungsvorhaben.

 

 

Wer wird bei EXIST gefördert?

 

Ok, lasst uns tiefer in die Materie eintauchen. Gefördert werden folgende Zielgruppen mit unterschiedlichen Bedingungen/Konditionen:

  • Wissenschaftler/innen aus öffentlichen, nicht gewinnorientierten
    • außeruniversitären Forschungseinrichtungen
    • Hochschulen
  • Hochschulabsolventen und ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter/innen. Wichtig ist hier, dass die Förderung bis max. fünf Jahre nach Abschluss bzw. Ausscheiden möglich ist.
  • Studierende. Doch Vorsicht! Du musst zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens die Hälfte deines Studiums bereits absolviert haben.
  • Gründerteams bis max. drei Personen. Auch hier gilt es, “Sonderregelungen” zu beachten. Teams, die sich mehrheitlich aus Studierenden zusammensetzen, werden nur in Ausnahmefällen gefördert. Das bedeutet, dass man möglichst einen Co-Founder mit Berufs- oder Branchenerfahrung mit an Bord haben sollte.
  • Eines der bis zu drei Teammitglieder kann auch mit einer qualifizierten Berufsausbildung als technische Mitarbeiterin/technischer Mitarbeiter gefördert werden.

Puh…hat man diese Hürde erst mal geschafft, geht es weiter. Kommen wir nun zur nächsten Frage:

 

 

Was wird gefördert?

 

Dieser Punkt ist schnell erklärt. Das BMWi stuft folgende Gründungsvorhaben und Geschäftsmodelle als förderfähig ein:

  • Innovative technologieorientierte Gründungsvorhaben.
  • Innovative wissensbasierte Dienstleistungen, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen.

Klingt erst einmal nicht allzu wild. Aber der Teufel steckt wie immer im Detail. Technologieorientierte Vorhaben sollten selbstredend sein. Ein EXIST-Gründerstipendium für die nächste Imbissbude wird es also leider nicht geben.

 

Punkt 2 ist da schon interessanter, denn: wissensbasierte Dienstleistungen müssen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen! Das bedeutet, dass dein Geschäftsmodell bereits (in welcher Form auch immer) wissenschaftlich von euch beleuchtet wurde.

 

Hier bieten sich Forschungsarbeiten, Tests o. ä. an. Diese können/sollten zusammen mit einer Hochschule bzw. Forschungsenrichtung durchgeführt werden. Apropos Hochschule…

 

 

Wer ist im Projektablauf beteiligt?

 

Generell gibt es beim EXIST-Gründerstipendium zwei Partner, die gemeinsam auf die Reise gehen:

  • Hochschule bzw. Forschungseinrichtung
  • Gründer

Jeder der eben genannten hat Rechte und Pflichten, die er im Rahmen des Stipendiums erfüllen muss.

 

Die Gründer erhalten Coachingleistungen des Gründer-Netzwerks. Verpflichtend ist aber für das Team der Besuch eines eintägigen Seminars zum Thema “Gründerpersönlichkeit”.

 

Nach fünf Monaten ist jedes Team verpflichtet, erste Ergebnisse eines Businessplans zu präsentieren. Was dort genau gefordert ist, findest du hier zum Download. Nach zehn Monaten ist dann ein fertiger Businessplan fällig.

 

Jeder Gründer ist zudem verpflichtet, Steuern und Sozialversicherung eigenverantwortlich abzuführen. Und ja: dies geht leider von euren jeweiligen Förderbeträgen ab und muss unter “Sonstige Einnahmen” versteuert werden.

 

Die Hochschule bzw. Forschungseinrichtung muss in ein Gründernetzwerk eingebunden sein und stellt dem Gründer-Team einen Mentor und einen Arbeitsplatz zur Verfügung.

 

Es erlaubt dem Team, die vorhandene Infrastruktur (z. B. Drucker, Maschinen etc.) kostenfrei zu nutzen und verwaltet die Fördermittel.

 

Und jetzt wirds interessant. Wie sind denn eigentlich die Fördermittel gestaffelt und was muss ich tun, um an den Honigtopf zu gelangen?

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Wie wird gefördert?

 

Hat man sein Team und eine Einrichtung gefunden, geht es ans Eingemachte. Als Gründer reicht ihr zunächst eure Geschäftsidee in Form eines Ideenpapiers bei der Hochschule, Forschungseinrichtung bzw. Gründernetzwerk, das euch betreut, ein.

 

Dabei kann euch jede Hochschule oder außeruniversitäre Forschungseinrichtung betreuen, natürlich auch die Hochschule Hof in Verbindung mit dem Digitalen Gründerzentrum. Hier findet ihr alle weiteren EXIST-Gründungsnetzwerke, die euch betreuen könnten.

 

Daraufhin solltet ihr einen Mentor (z.B. Diplom-Betreuer, Doktorvater) aus der Hochschule bzw. Forschungseinrichtung benennen, der die Betreuung der Gründungsvorbereitung übernimmt.

 

Euer zuständiges Gründernetzwerk vermittelt euch dann einen Coach, der euch bei den Gründungsvorbereitungen und der Businessplan-Erstellung begleitet.

 

Als nächstes folgt ein Beratungsgespräch durch die Gründungsinitiative der jeweiligen Hochschule bzw. Forschungseinrichtung. Dieses müsst ihr in Anspruch nehmen, um im Prozess weiter zu kommen.

 

Die Hochschule bzw. Forschungseinrichtung leitet den Antrag im Anschluss an den Projektträger Jülich PTJ weiter. Daraufhin werden wir vom PTJ darüber informiert, ob euer Antrag bewilligt wurde. Die Mittel werden schlussendlich direkt an die Hochschule bzw. Forschungseinrichtung ausgezahlt.

 

 

Mit wie viel Förderung kannst du rechnen?

 

Wie hoch die Förderung ist, die ihr erhaltet, hängt dabei maßgeblich davon ab, in welcher “Lebenslage” ihr euch derzeit befindet. Zur “Sicherung des persönlichen Lebensunterhalts” werden für maximal ein Jahr folgende Staffelungen ausgezahlt:

  • Promovierte Gründer/innen: 3.000 Euro/Monat
  • Absolventen mit Hochschulabschluss: 2.500 Euro/Monat
  • Technische/r Mitarbeiter/in: 2.000 Euro/Monat
  • Studierende: 1.000 Euro/Monat
  • Sollte einer der Gründer bereits Kinder haben, gibt es einen Zuschlag von 150 Euro/Monat pro Kind

 

Ein weiterer Förderposten sind die “Sachausgaben”. Diese belaufen sich auf bis zu 10.000 Euro für Einzelgründungen. Für Teams stehen max. 30.000 Euro zur Verfügung.

 

Zu Sachausgaben zählen bspw. Material, Funktionsmuster, Lizenzen, Software, projekt- und gründungsbezogene Dienstleistungen durch Dritte (jedoch keine direkten Gründungskosten (wie z.B. Notarkosten, Gebühren)), Schutzrechtsanmeldungen (soweit nicht aus anderen Programmen finanzierbar), Dienstreisen oder Investitionen (z. B. PCs, spezielle Geräte für das Vorhaben etc.).

 

Zu guter Letzt dürft ihr euch noch über 5.000 Euro Coaching-Budget freuen.

 

 

Die drei Bigpoints: Team, Markt und Innovation

 

Ganz wichtig: Bei der Vergabe des Stipendiums spielen drei Dinge eine entscheidende Rolle: Das Team, der Markt und die Innovation.

 

Das Team sollte aus drei Mitgliedern bestehen, am besten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen. Ideal ist beispielsweise ein Ingenieur oder Programmierer zusammen mit einem Wirtschaftswissenschaftler sowie einem Fachmann für User Experience.

 

Die Kombination unterschiedlicher Disziplinen macht ein Startup intelligenter: Die häufige „Verliebtheit“ der Erfinder in ihr Projekt wird verhindert, indem von Anfang an die Kundenperspektive einbezogen wird. Schließlich hilft die tollste Idee nichts, wenn sich kein Käufer findet.

 

Interdisziplinäre Teams haben einen größeren „Radarschirm“ und stellen die richtigen Fragen schneller. Viele Studien zeigen: Teamplayer haben größere Chancen als Einzelkämpfer.

 

A propos Kundenperspektive: Der zweite wichtige Punkt ist der Markt. Hier muss das Team im Ideenpapier darstellen, dass dieser ausreichend groß ist.

 

Dabei kann man entweder mit Hilfe der klassischen Marktstrukturanalyse den Markt „aus der Vogelperspektive“ betrachten. Man ermittelt dann aus Marktvolumen und Absatzvolumen den Marktanteil, der für das Startup erreichbar ist.

 

Dieses top-down-basierte Vorgehen klappt gut bei etablierten Märkten, wo man umfangreiche Metadaten von Verbänden, Marktforschungsfirmen und anderen Institutionen recherchieren kann.

 

Was macht man aber bei einer disruptiven Technologie bzw. einem neuen Markt? In diesem Fall hilft nichts anderes, als „bottom-up“ zu arbeiten: Konkrete Erfahrungen mit Kunden im Sinne eines Open-Innovation-Ansatzes werden „hochgerechnet“, um so den Markt einigermaßen zu bestimmen.

 

Ideal ist die Verknüpfung beider Methoden. Ein wenig Insiderwissen: Sehr hilfreich sind vorhandene Testkunden oder konkrete Anfragen. Diese sollten dann mit Hilfe von qualifizierten Letter of Intents (LOI) ihr Interesse schriftlich bekunden, damit dies dem Fördermittelgeber auch dokumentiert werden kann.

 

Was heißt genau „qualifiziertes LOI“? – Es sollte ein nachvollziehbares, konkretes Interesse bekundet werden. LOIs mit Floskeln wie „wir wünschen dem Gründerteam alles Gute und verfolgen die Entwicklung interessiert“ sind dagegen eher schädlich als nützlich. Weniger ist mehr: Besser ein, zwei wirklich aussagekräftige Interessenbekundungen als ein Stapel von „good-will-Statements“.

 

Schließlich kommt es noch entscheidend auf den Innovationsgehalt an. Der Fördermittelgeber sieht es gerne, wenn die Idee eine Forschungshistorie aus der Hochschule heraus vorweisen kann. Also wenn im Rahmen eines Forschungsprojekts, einer Bachelor- oder Masterarbeit eine innovative Idee entstanden oder weiterentwickelt wurde.

 

Diese Idee muss dann im Vergleich zum bisherigen Stand der Technik neu sein und Verwertungspotenzial haben. Das geht am besten mit Alleinstellungsmerkmalen (sogenannten Unique Selling Propositions – USP).

 

 

Was es bei EXIST noch zu beachten gilt!

  • Die (formale) Gründung eures Unternehmens ist während der Förderphase möglich. Sie darf allerdings nicht bereits zu Beginn der Förderung erfolgt sein.
  • Jede Firmierung ist möglich.
  • Den Antrag stellt die Hochschule oder die außeruniversitäre Forschungseinrichtung, nicht ihr!
  • Ein Antrag kann jederzeit gestellt werden.

 

Wir vom Gründungsnetzwerk der Hochschule Hof und dem Digitalen Gründerzentrum Einstein1 haben schon einige EXIST-Projekte erfolgreich auf den Weg gebracht.

 

Das Projekt Texlock hat es dabei schon zu bundesweiter Bekanntheit gebracht. Dabei unterstützen wir als Mentoren aus den jeweiligen Lehrgebieten oder Forschungsinstituten und übernehmen auch das Antragsprozedere und die Kommunikation mit dem Projektträger Jülich.

 

Im Rahmen der TAO (Technologieallianz Oberfranken) agieren wir im Verbund mit den anderen Hochschulen in Oberfranken. Dies wirkt sich beispielsweise bei der Zusammenstellung von Gründerteams positiv aus.

 

Wir helfen intensiv bei der Erstellung des Ideenpapiers, indem wir in einem Workshop die kritischen Punkte herausarbeiten und Optimierungsmöglichkeiten aufzeigen.

 

Das EXIST-Gründerstipendium ist eine hervorragende Möglichkeit, seine Idee auf Herz und Nieren zu prüfen und sein Startup auf die Schiene zu bringen. Das EXIST-Logo des Bundeswirtschaftsministeriums ist für Startups eine großartige Referenz und ein Prädikat. Ein Vorteil bei Kunden ebenso wie bei potenziellen Kapitalgebern.

 

Und auch wer dann nicht gründet, hat in der Förderphase unternehmerische Fähigkeiten trainiert und in seine Employability investiert.

 

Übrigens: Die Erfolgswahrscheinlichkeit für eine Förderung liegt bei 50%. Keine schlechte Chance also.

 

Hast du noch Fragen? Dann schreib unserem wissenschaftlichen Leiter Prof. Dr. Michael Seidel eine Nachricht an michael.seidel@hof-university.de oder besuche gleich direkt unser Gründerzentrum am Campus der Hochschule Hof!

Du hast eine Geschäftsidee, planst den Aufbau eines Unternehmens oder hast bereits gegründet?

Dann wollen wir dich unbedingt kennenlernen!

Schreib uns eine Nachricht oder rufe uns an. Wir freuen uns!

KONTAKT
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Niko Emran

Hi, ich bin Niko. Als Netzwerk-Manager im digitalen Gründerzentrum Einstein1 in Hof unterstütze ich Startups und Jungunternehmer durch Gründungsberatung und Beratung in allen digitalen Fragen. Meine Leidenschaften? Online Marketing und Entrepreneurship!

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