Black Hat SEO: diese 5 Dinge solltest du wissen
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Black Hat SEO

Black Hat SEO: diese 5 Dinge solltest du wissen

Das Internet scheint manchmal wie ein Ort ohne Regeln und Gesetz, an dem vieles erlaubt ist und toleriert wird – einfach weil es niemand merkt.

 

Hacker, die Firewalls ausknipsen, um Daten zu stehlen, und kriminelle Geschäfte sind keine Seltenheit. Auch im Bereich der Black Hat SEO gibt es einige höchst fragwürdige, teils illegale Fälle, die verheerende Folgen nach sich ziehen.

 

Was es mit Black Hat SEO überhaupt auf sich hat, was daran so gefährlich ist und welche Dinge du über diese Techniken wissen solltest, erfährst du in diesem Post.

 

 

 

1. Der Ursprung der Black Hat SEO

 

Suchmaschinen wie Google, Yahoo oder Bing ermöglichen es Usern, das Internet nach spezifischen Inhalten zu durchsuchen, um an Informationen zu gelangen.

 

Die Aufgabe der Suchmaschinen ist es dabei, das bestmögliche Suchergebnis für eine bestimmte Suchanfrage eines Users zu finden. Hierbei muss aber in Betracht gezogen werden, dass illegale oder irrelevante Inhalte nicht in den SERPs auftreten sollen.

 

Die Frage nach Recht und Rechtsprechung im Internet lässt sich immer schwieriger beantworten. Nahezu jeder kann Inhalte hinzufügen und verändern. Es bedarf genau definierten Regeln und Richtlinien. Hierfür legt jede Suchmaschine bestimmte Regeln für die Kriterien qualitativ hochwertiger Inhalte selbst fest.

 

Google hat bspw. Richtlinien für Webmaster verfasst und veröffentlicht. In diesem Dokument sind alle Do’s und Dont’s definiert, die es als SEO oder Websitebetreiber zu beachten gilt. Denn auch im Bereich der Suchmaschinenoptimierung kann eine Menge Schindluder getrieben werden.

 

Die Methoden und Techniken, die laut dieser Dokumente nicht erlaubt oder nicht rechtens sind, fallen in die Kategorie der Black Hat Suchmaschinenoptimierung.

 

Seinen Ursprung findet die Bezeichnung Black Hat SEO im Hacker-Umfeld. Manche verbinden die Namensgebung auch mit alten Westernfilmen, in denen der Schurke oft einen schwarzen Hut trägt.

 

Analog dazu gibt es übrigens auch White Hat SEO (entspricht ganz den Webmaster-Richtlinien) und Gray-Hat-SEO (auf dem Grat zwischen legal und illegal).

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White Hat SEO sollte ein essenzieller Bestandteil eines jeden Marketing-Mix sein. (Quelle: https://bit.ly/2rYr7NO)

2. Wer betreibt Black Hat SEO?

 

In der Regel werden diese Techniken von Einzelpersonen und SEOs verwendet, die sich selbst der Suchmaschinenoptimierung annehmen. Zudem gibt es auch einige Agenturen, die auf die verbotenen Methoden nicht verzichten möchten. Oft kann dies auch unwissentlich geschehen.

 

Es kann bspw. durch falsche Konfigurierung des Servers zu versteckten Inhalten auf einer Website kommen. Dies ist laut Webmaster Richtlinien aber verboten und zählt nicht zwingend zu den Black Hat SEO Methoden, zumindest aber zum Grey Hat SEO-Bereich. Folglich verschlechtert sich auch das Ranking und Standing der Website.

 

Vorsätzlich betreiben SEOs und Websitebetreiber dann Black Hat SEO, wenn sie in besonders kurzer Zeit ranken möchten. Auch ein Grund: die Zerstörung des Rankings der Mitbewerber und die eigene Platzierung an erster Stelle mittels SQL Injection.

 

Grob kann man sagen, dass Black Hat SEO nur dann verwendet wird, wenn auf „Teufel komm raus“ bessere Rankings erzielt werden sollen. Meistens ist das ein Indikator dafür, dass unsauber gearbeitet, oder eine saubere Suchmaschinenoptimierung ganz vernachlässigt wurde.

 

Andere hingegen wissen oft gar nicht, welche Methoden laut der Webmaster-Richtlinien erlaubt sind und welche nicht und stützen sich deshalb auf diese Methoden, ohne zu wissen, dass diese eigentlich verboten sind.

 

So unspektakulär sich das auch anhört – das kann verheerende Folgen haben und im schlimmsten Fall sogar Unternehmen durch die Entfernung aus dem Suchmaschinenindex in den Bankrott stürzen.

 

 

 

3. Welche Auswirkungen können Black-Hat-Taktiken haben?

 

Die Auswirkungen der Anwendung dieser Techniken spürt in erster Linie der Website-Betreiber, sofern er denn dabei erwischt wird. Das Problem bei der Sache ist, dass sich Billionen von Inhalten im Internet befinden und es unmöglich ist, alle Black-Hats zu identifizieren.

 

Sollte man dennoch enttarnt werden, droht die Strafe des Suchmaschinenbetreibers. Nicht selten führt die Verwendung von Black Hat Taktiken zur De-Indexierung der Website. Dabei spielt es übrigens keine Rolle ob wissentlich oder unwissentlich.

 

Und das ist der absolute Alptraum! Eine Entfernung aus dem Index der Suchmaschine bedeutet, dass diese nicht mehr für Suchanfragen gefunden werden kann und somit deutlich weniger Leads generiert.

 

Ist eine Website nicht mehr im Index der Suchmaschine registriert, so ist damit ein großer Gewinnverlust verbunden. Besonders bei Online-Shops oder digitalen Services kann der Schaden in kurzer Zeit in die Millionen gehen.

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4. Gängige Black-Hat-Techniken

 

Nun zu den Techniken und Methoden, die im Black-Hat-Bereich gerne praktiziert werden. Wie bereits oben erwähnt handelt es sich um höchst fragwürdige oder sogar illegale Maßnahmen, das Ranking einer Website in den Suchergebnisseiten zu verbessern.

 

 

Cloaking

 

Cloaking kann man mit „verhüllen“ oder „verstecken“ übersetzen. Grundlegend wird eine Website user-spezifisch verändert und angepasst, um ein relevanteres Suchergebnis „vorzutäuschen“.

 

Dies wird gerne genutzt, um bspw. einem Suchmaschinen-Crawler unter derselben URL eine andere Webpage mit anderen Inhalten zu zeigen als einem normalen User.

 

 

IP-Cloaking

 

Beim IP-Cloaking wird anhand der IP-Adresse der Standort ermittelt. Prinzipiell wird also ein Suchergebnis an den User angepasst, um eine Vielzahl von Usergruppen (lokal und spezifisch) zu erreichen.

 

Damit wird der Einstieg in andere Zielgruppen und Teilmärkte als Ziel fokussiert. Besonders wichtig ist dabei die Verhüllung multimedialer Inhalte als reinen Text, da diese normal schwieriger von der Suchmaschine interpretiert werden können.

 

Daraus profitiert der Betreiber dann mit einer user-spezifischen Anpassung der Inhalte, um somit das Ranking regional und zielgruppenorientiert zu verbessern.

 

 

User Agent Cloaking

 

Eine etwas andere Herangehensweise bietet das User Agent Cloaking. Hier wird anhand des User Agents (z.B. Browser) eine andere Version der Website dargestellt. Mit einem entsprechendem Codeschnipsel wird der User dann auf eine für ihn relevante Seite geleitet.

 

Auch hier wird versucht bestimmte User anders anzusprechen, vielleicht sogar experimentell. Die Verwendung von Cloaking führt in den allermeisten fällen zur sofortigen De-Indexierung in allen gängigen Suchmaschinen.

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Wird beim Crawlen einer Website eine unerlaubte Methode festgestellt, so wird die Seite aus dem Index genommen. (Quelle: https://bit.ly/2rhcOE6)

Keyword Stuffing

 

Man nehme ein Keyword und eine Webpage und stopfe das Keyword so oft wie möglich in den Text. Das ist Keyword Stuffing – eine weitere Black Hat Technik, die in der Vergangenheit oft zu besseren Rankings für ein bestimmtes Keyword geführt hat.

 

Es gibt jedoch inzwischen einen Haken: die Menge der Keywords in einem Text mit x Zeichen spielt heute keine Rolle mehr wie noch vor 15 Jahren. Keyword Stuffing wird inzwischen rigoros von Suchmaschinen abgestraft.

 

 

Woran erkennt man Keyword Stuffing?

 

Gute SEO-Optimierung lebt nicht von der lieblosen Zusammensetzung relevanter Keywords, sondern mehr von hochqualitativen, holistischen Inhalten, die einen deutlichen Mehrwert für den User bieten. Mehr dazu im Blogbeitrag Clickbait.

 

Keyword Stuffing erkennt nicht nur der übliche User durch einfaches Hinsehen, sondern natürlich auch Suchmaschinen und SEO Tools wie bspw. Yoast. Durch die Analyse der Keyword-Dichte eines Textes kann bestimmt werden, ob ein Keyword „zu oft“ auftritt.

 

Aber wie bereits erwähnt, in der Vergangenheit konnten mit dieser Taktik gute SEO-Ergebnisse erzielt werden, wie das Beispiel cocktailrecipe.co.uk zeigt; eine Website über Cocktail-Rezepte aus Großbritannien, die vom derzeitigen VP Growth von Facebook, Alex Schultz, im Jahr 2001 gegründet wurde.

 

Was man auf dem Screenshot unten nicht sieht: im weißen, unteren Bereich der Website platzierte Alex Schultz einfach dutzendfach das Keyword “cocktail recipes” mit weißer Schriftfarbe. Eine Taktik, die ihm über Jahre TOP-Rankings einbrachte!

Keyword Stuffing cocktailrecipe.co.uk

Alex Schultz, derzeit Vice President für Growth Marketing bei Facebook, gründete 2001 in Großbritannien die Website cocktailrecipe.co.uk. Mittels (heutiger) Black Hat Methoden wie Keyword Stuffing schaffte er es über Jahre, seine Website bei so gut wie allen Keywords zum Thema “Cocktail Recipes” oben in den SERPs zu platzieren.

Hidden Content

 

Versteckte Inhalte sind Texte, Grafiken und weiteres Bildmaterial, die für den User auf einer Website nicht ersichtlich sind. Sie werden „hinter“ anderen Inhalten platziert und sind somit für den Websitebesucher unsichtbar.

 

Hidden Content kann jedoch von allen Suchmaschinen problemlos ausgelesen werden, was einen deutlichen Ranking-Boost mit sich führen kann. Keyword-spezifische Links und Texte, sowie Keyword Stuffing im Hintergrund zählen aber dennoch zu den Black Hat SEO Techniken.

 

Übrigens: nicht jedes Verstecken von Websiteinhalten ist Black Hat. In manchen Fällen ist dies sogar erwünscht, oder aus technischer Sicht bedingt notwendig, bspw. Javascript-Funktionen mit Überblendeffekten oder Alt-Attribute sind total legitim.

 

 

Doorway Pages

 

Auch Doorway Pages, also Brückenseiten, sind in gewisser Weise hidden content. Hierbei wird eine Seite erstellt, die rein für Suchmaschinen optimiert wird. Der User wird nach dem Klick auf das Suchergebnis sofort auf die eigentliche Seite weitergeleitet.

 

Die Brückenseite dient somit rein zur Optimierung für die Crawler der Suchmaschine. Es existieren quasi zwei Seiten – eine für das Suchergebnis und eine für die eigentliche Informationsseite oder Landingpage.

 

 

Beispiel: BMW im Jahr 2006

 

Ein sehr bekanntes und heftiges Beispiel ist der deutsche Automobilhersteller BMW, dem es im Winter 2006 ordentlich an den Kragen ging. BMW verwendete zur Optimierung der Suchergebnisse allerhand von Doorway Pages.

 

Bspw. wurde die auf JavaScript basierende Startseite mit unsichtbarem Text unterlegt, in dem vollkommen wirr und zusammengereimt dutzendfach die Worte Gebrauchtwagen, Jahreswagen oder BMW vorkamen.

 

Google erkannte diesen Missbrauch und deindexierte die Website des Autoherstellers konsequent. Wochenlange Verhandlungen im Silicon Valley sorgten für eine erneute Indexierung der Website. Der dadurch erlittene Verlust ging dennoch in die Millionen.

Doorway Page BMW

BMW nutzte 2006 Doorway Pages, um in Suchmaschinen höher zu ranken. Schaltete man bspw. auf der Startseite das JavaScript ab, traten allerhand komische Texte zu Tage (Quelle: http://bit.ly/31iXt8e).

Duplicate Content

 

Die Verwendung von mehrfachen Inhalten auf einer Website ist höchst fraglich und kann das Ranking auch deutlich verschlechtern. Es ist ein leichtes für Suchmaschinen, festzustellen, ob Inhalte mehrfach auf einer Website verwendet werden.

 

Dabei kann es auch vorkommen, dass eine komplette Kopie der Website vorliegt. Mit dieser Technik sollte in vergangenen Tagen die Platzierung der Website für bestimmte Suchbegriffe erhöht werden.

 

Doch doppelt hält hier leider nicht besser. Das hängt damit zusammen, dass eine Duplikat-Seite bei den Suchmaschinen eingerankt wird, anstatt der eigentlichen Landingpage.

 

Und genau in diesem Fall ist duplicate content maximal schädlich: der User ist unzufrieden und die erhoffte Verbesserung der Platzierung bleibt aus.

 

 

SQL Injection

 

Die wohl bösartigste Variante des Black Hat SEO ist die Optimierung durch SQL Injections. Durch das gezielte Einfügen von Inhalten auf Websites von Wettbewerbern kann das eigene Ranking verbessert, oder das des anderen verschlechtert werden. Auch beide Fälle können eintreten.

 

Durch die Eingabe von SQL-Befehlen kann dabei die Datenbank einer Website manipuliert werden. Dabei wird ein beliebiges Eingabefeld ausgewählt, um den Query darin zu platzieren. In den meisten Fällen sind Websites jedoch mit Prepared-Statements gegen diese Angriffe abgesichert.

 

Mit dem Wissen darüber, welche Datenbank verwendet wird, kann der Angreifer Felder oder ganze Tabellen in die Datenbank einfügen, die ggf. über das Frontend ausgelesen werden können. Dabei werden Keyword-spezifische Texte eingefügt, die je nach Inhalt ein Ranking verbessern oder verschlechtern können.

 

Führt man SQL-Injections auf einer fremden Website durch, so manipuliert man das Ranking und damit auch aktiv die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit.

 

Zudem können Black-Hats dadurch jede Menge personenbezogener Daten extrahieren, was für den Betreiber zusätzlich ein großes Problem werden kann. Es kommt zum Data-Breach.

 

Gerade diese Methodik ist äußert fraglich und höchst illegal, da nicht nur aktiv in das System eines Konkurrenten eingegriffen, sondern das Ranking auch wortwörtlich zerstört werden kann.

 

 

5. Rechtliche Folgen der Black Hat SEO

 

Die Anwendung von Black Hat SEO Techniken kann sogar strafbar sein. Besonders im gerade besprochenen Fall ist das ein kritischer Punkt. Wird man erwischt, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit rechtliche Schritte eingeleitet.

 

Auch wenn Agenturen damit beauftragt werden, die Suchmaschinenoptimierung für einen Kunden zu übernehmen, kann es zu Streitigkeiten kommen. Daher gilt es immer, den Vertrag so ausführlich wie möglich zu formulieren und Black Hat SEO komplett darin auszuschließen, um spätere Komplikationen zu vermeiden.

 

Sollte das nicht der Fall sein, kann es durch bspw. Cloaking, Keyword Stuffing oder durch die Anwendung von Doorway Pages zum Ausschluss der Kundenseite aus dem Index kommen. Tritt dieser Fall ein, leidet der Kunde unter einem Gewinnverlust und kann ggfs. gegen die Agentur klagen.

 

Zudem können diese Maßnahmen auch gegen einen lauteren Wettbewerb sein, wenn es zu einer bewussten Irreführung des Website-Besuchers kommt. Folgen können hier Unterlassungsklagen oder Schadensersatzforderungen sein.

 

 

 

Fazit: Ehrliche, gute Arbeit wird immer belohnt

 

Gerade zur Optimierung von Rankings und Suchergebnissen sollte unbedingt auf Black Hat SEO verzichtet werden. Auch wenn Suchmaschinenoptimierung eine langwierige und komplexe Thematik ist, lohnt es sich nicht, auf verbotene Methoden zu zählen, die gegen Webmaster-Richtlinien verstoßen.

 

Besonders auf lange Sicht gesehen ist es wichtig, ein gutes Ranking organisch aufzubauen. Das erhöht die Qualität der Domain, verbessert die Rankings und ist wirtschafltich und nachhaltig für den Website-Betreiber.

 

Mit White Hat SEO verbessert sich das Ranking auch auf lange Zeit gesehen und gibt nicht nur einen kurzen Boost. Außerdem ist man ohne die Anwendung von Black Hat SEO immer rechtlich auf der sicheren Seite.

 

Und es ist ein viel besseres Gefühl, die Konkurrenz mit ehrlicher, guter SEO-Arbeit und strategischen Schritten und Maßnahmen in die Flucht zu schlagen, um in den SERPs an ihnen vorbeizuziehen.

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Niko Emran

Hi, ich bin Niko. Als Netzwerk-Manager im digitalen Gründerzentrum Einstein1 in Hof bin ich für die Beratung und Betreuung der Gründer und Startups und das Performance Marketing zuständig. Meine Leidenschaften? Online Marketing und Entrepreneurship!

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