campuls-Interview mit Michael Bitzinger
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Michael Bitzinger - Campuls Interview

campuls-Interview mit Michael Bitzinger

Michael Bitzinger, Geschäftsführer der Internet-Agentur bitzinger GmbH in Hof und immer wieder gern gesehener Gast und Unterstützer von Einstein1, stand in der neuesten Ausgabe des Info-Magazins „campuls“ der Hochschule Hof Rede und Antwort. Warum blieb er nach dem Studium in der Region und gründete sein Unternehmen in Hof? Welche Ratschläge hat er für Gründer und Startups? Mehr dazu im folgenden Interview.

 

Dass man nach dem Studium auch hier in Hof eine gut gehende Firma aufbauen kann, zeigt das Unternehmen bitzinger GmbH rund um Gründer Michael Bitzinger. Er entschied sich bewusst dafür, in der Region zu bleiben und seine Netzwerke zu nutzen. Mittlerweile beschäftigt er elf Mitarbeiter. Und hat noch viel vor.

 

 

CampulsSie haben an der Hochschule Hof stu­diert. Was haben Sie studiert und warum?

 

Michael Bitzinger: Ich habe bereits im Jahr 2004 meinen Abschluss als Diplom-Wirtschaftsinformatiker gemacht. Allerdings habe ich schon während der Schulzeit gerne an PCs herumgeschraubt. Ich hatte großen Spaß daran, aber irgendwann verbrachte ich meine gesamte Freizeit damit, die Computer von Freunden zu reparieren. Also entschloss ich mich, dafür auch ein bisschen Geld zu verlangen, holte mir einen Gewerbeschein und los ging es. Als Einzelunternehmer startete ich 1998 und 2001 gründete ich die bitzinger GmbH während des Studiums. Das beanspruchte immer mehr Zeit und als mich eines Tages mein Professor anrief, wann ich denn endlich meine Diplomarbeit abgeben würde, setzte ich mich dann doch an den Schreibtisch und habe mir den Abschluss geholt. Das würde ich übrigens auch jedem anderen raten: Erst den Abschluss machen, abhaken und dann kann´s los gehen mit der Verwirklichung der Träume. Und nicht wegen irgendeinem Spleen alles bisher Geleistete auf´s Spiel setzen und blind drauf losmachen.

 

 

Campuls: Und warum haben Sie in Hof studiert?

 

Michael Bitzinger: Die Erklärung ist relativ simpel: Ich wollte nicht die Bequemlichkeiten und Vorzüge von „Hotel Mama“ aufgeben. Außerdem hatte die Hochschule Hof das passende Studienangebot zu meinen Interessen. Und ich war überrascht von der Informatik-Kompetenz. Kein Vergleich zu dem, was man an einer normalen Schule zu dem Thema mitbekommt.

Campuls: Sie sind nach dem Studium in der Region geblieben. Aus welchem Grund?

 

Michael Bitzinger: Weil es hier alles gibt, was man braucht. Wir haben zum Beispiel in Hof das größte Theater Oberfrankens. Und dazu kommt die Natur, die für mich einen große Rolle spielt. Ich gehe gerne wandern, mountainbiken oder skifahren. All das kann ich in der näheren Umgebung.

 

 

Campuls: Warum der direkte Weg in die Selbststän­digkeit? Es gibt ja auch leichtere Einstiege.

 

Michael Bitzinger: Da ich bereits während des Studiums meine eigene Firma gegründet hatte, war der Weg in die Selbstständigkeit vorgezeichnet. Vom heimischen Keller – wo alles anfing – zog ich bald aus und mittlerweile habe ich elf Leute in unserem Team. Wir beschäftigen uns zum Großteil mit Websites, Onlineshops und sind der einzig zertifizierte Google-Partner in Hochfranken. Insgesamt legen wir im Unternehmen großen Wert auf eine angenehme Atmosphäre und unternehmen auch schon mal was zusammen nach Feierabend. Das ist mir sehr wichtig – dass die Chemie im Team stimmt. Inzwischen haben wir bei bitzinger GmbH im Lauf der Zeit über 300 Projekte abgeschlossen. Diese aus verschiedensten Kundenschichten – von Kommunen über Behörden bis hin zu regionalen Unternehmen.

 

 

Campuls: Haben Sie noch gute Kontakte zur Hoch­schule? Wie nützlich sind diese für die Karriere?

 

Michael Bitzinger: Ich habe sehr gute Kontakte zur Hochschule, die ich auch persönlich pflege. Sowohl durch mein Engagement im Alumni-Verein als auch mit ehemaligen Kommilitonen und Professoren. Ich habe aber auch bereits während des Studiums die Zeit genutzt, um ein Netzwerk aufzubauen, was mir später sehr nützlich war. Wichtig ist beispielsweise die Unternehmerbörse an der Hochschule – da kann man sich gut austauschen und neue Ideen generieren. Und natürlich das Digitale Gründerzentrum Einstein1 als Ideenschmiede und Unterstützer.

 

 

Campuls: Was würden Sie jemanden empfehlen, der sich selbstständig machen will?

 

Michael Bitzinger: Neben den richtigen Partnern ist es wichtig, einhundertprozentig hinter seiner Idee zu stehen. Und auch kritisch zu hinterfragen, ob die Idee wirklich gut ist und am Markt bestehen kann.

 

 

Campuls: Welche Fehler sollte er am besten ver­meiden?

 

Michael Bitzinger: Ohne abgeschlossene Ausbildung bzw. Studium sind die Chancen am Markt definitiv schlechter. Also wäre mein Rat: Titel erstmal abholen und sich dann ein gutes Team suchen. Da sollte man darauf achten, dass es menschlich passt und nicht nur fachlich. Wer alleine gründet, sollte zumindest ein gutes Netzwerk haben. Und dies auch aktiv pflegen.

„Jede Branche hat Potenzial!“

Campuls: Gibt es Branchen, die besonders geeig­net sind, eine eigene Firma zu gründen?

 

Michael Bitzinger: Jede Branche hat Potenzial. Man sollte allerdings nicht überstürzt irgendeinem Hype hinterherrennen, sondern die eigenen Kompetenzen nutzen und entwickeln. Und immer nach dem Kundennutzen suchen, der ist entscheidend und muss im Mittelpunkt stehen.

 

 

Campuls: Warum sollte man in der Region bleiben und nicht in die Ballungsräume gehen?

 

Michael Bitzinger: Durch Breitband und Videokonferenzen kann man von hier aus mit der ganzen Welt kommunizieren. Ortsunabhängig! Warum also in die teuren Metropolen abwandern und utopische Mieten zahlen? Was ich mir aber für die nächsten Jahre wünschen würde, wäre eine verbesserte Infrastruktur mit einer guten Bahnanbindung und einem nahen Flugplatz. Denn nach wie vor ist der persönliche Kontakt für mich sehr wichtig.

 

Das Interview führte Ralf Oesterreicher

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Ralf Oesterreicher

Klassische Journalistenausbildung. Tageszeitung, Fachmagazine, Agenturen und schließlich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Hochschule Hof und das Digitale Gründerzentrum Einstein1.

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