Geschäfts­modell­entwicklung: Mit diesen Methoden wird sie ein Erfolg
Einstein1 Digitales Gründerzentrum > Tipps + Tutorials  > Geschäfts­modell­entwicklung: Mit diesen Methoden wird sie ein Erfolg
Geschäftsmodellentwicklung

Geschäfts­modell­entwicklung: Mit diesen Methoden wird sie ein Erfolg

Wenn Du Dein Business erfolgreich aufziehen möchtest, solltest Du Dir möglichst früh Gedanken über Dein Geschäftsmodell machen. Für die Geschäftsmodellentwicklung stehen Dir dabei einige Methoden zur Verfügung, die wir Dir genauer vorstellen möchten. So kannst Du ohne Schwierigkeiten ein passendes Geschäftsmodell entwickeln und mit diesem Banken, Geschäftspartner oder Investoren überzeugen.

 

Was ist eigentlich ein Geschäfts­modell?

 

Bereits in der Planungsphase und vor dem Start eines neuen Unternehmens solltest Du Dir Gedanken über Dein Geschäftsmodell machen und es Schritt für Schritt entwickeln. Der Geschäftsmodellentwicklung liegt die Theorie zugrunde, dass ein funktionierendes und laufendes Unternehmen auf einem vorher entwickelten, profitablen Geschäftsmodell basieren muss. Das Geschäftsmodell definiert dabei viele verscheidene Bereiche Deines Business und gibt schließlich Antworten auf die Frage: Mit was verdiene ich in welcher Form Geld?

 

Zur Vorbereitung der Entwicklung eines Geschäfts­modells kannst Du dir selbst im Vorfeld ein paar Fragen stellen:

  • Was möchte ich anbieten? Produkt, Dienstleistung, App, Plattform, Marktplatz?
  • In welcher Branche will ich mich tummeln?
  • Wem möchte ich meine Leistung anbieten? Wer ist meine Zielgruppe? Gibt es vielleicht mehrere Zielgruppen?
  • Wie kommuniziere ich mit meiner Zielgruppe? Welche Beziehung pflege ich zu ihr?
  • Welche Partner muss ich mit ins Boot holen?
  • Wie viel kann ich mit meinem Geschäftsmodell verdienen?
  • Welche Kosten kommen auf mich zu?

 

Ein Geschäftsmodell beschreibt zudem das sog. Nutzenversprechen, auch Value Proposition genannt. Also den Nutzen, der von Kunden oder auch Geschäftspartnern aus deinen angebotenen Produkten oder Services gezogen werden kann. Hinzu kommt, dass ein gutes und umfassendes Geschäftsmodell sowohl die Architektur der Wertschöpfung als auch das zukünftige Ertragsmodell enthalten sollte.

 

Somit lässt sich anhand des Geschäftsmodells nicht nur die Methode der Gewinngenerierung ablesen, sondern auch der zu erwartende Gewinn an sich. Diese beiden Bereiche sind besonders wichtig, wenn Du bspw. für Dein Unternehmen einen Investor suchst und ihn von Deiner Geschäftsidee überzeugen willst.

 

Nur durch eine gezielte und professionelle Geschäftsmodell­entwicklung kannst Du Deine potenziellen Partner überzeugen oder die Finanzierung Deines Unternehmens sichern. Darüber hinaus dient die Geschäftsmodell­entwicklung auch Deiner Sicherheit. Denn anhand eines tragfähigen Geschäftsmodells kannst Du nicht nur den Erfolg Deines Unternehmens beeinflussen, sondern auch die passenden Schritte für die Zukunft definieren. Aber wie geht man denn nun am besten bei der Geschäftsmodell­entwicklung vor?

Verschiedene Methoden der Geschäftsmodell­entwicklung im Überblick

 

Grundsätzlich gibt es kein perfektes Vorgehen bei der Geschäftsmodellentwicklung. Es haben sich zwar verschiedene Methoden der Geschäftsmodell­entwicklung etabliert, doch grundsätzlich musst Du für Dich die passende und optimale Methode finden.

 

Wir stellen Dir hier exemplarisch einige Methoden und Modelle der Geschäftsmodell­entwicklung vor. Insgesamt betrachten wir fünf verschiedene Methoden der Geschäftsmodell­entwicklung, die in Teilen parallel angewandt werden können. Die modernste und für viele Gründer ideale Methode der Geschäftsmodell­entwicklung mit dem Business Model Canvas stellen wir Dir später nochmals deutlich detaillierter vor.

 

Die Szenariotechnik: Markt und Markttrends als Grundlage der Geschäftsmodell­entwicklung

 

Jeder Markt wird früher oder später auch von Trends getrieben. Diese werden bei der Szenariotechnik als Grundlage für die Geschäftsmodell­entwicklung genutzt. Hierbei musst Du für die unterschiedlichen Trends und deren Ausprägung jeweils eigene Geschäftsmodelle entwickeln, die diese Trends optimal bedienen und abbilden. So lassen sich Veränderungen frühzeitig antizipieren und effektiv nutzen. Für diese Methode der Geschäftsmodellentwicklung ist eine sehr gute Branchenkenntnis erforderlich, da oftmals proaktiv das eigene Geschäftsmodell verändert werden muss, um erahnte Veränderungen des Marktes abzubilden.

 

Customer Experience Design: Geschäftsmodell­entwicklung mit den Kunden im Fokus

 

Diese Form der Geschäftsmodell­entwicklung rückt die potentiellen Kunden vollständig in den Fokus der Aufmerksamkeit. Es wird anhand der Customer Journey einer bestimmten Zielgruppe jeder Berührungspunkt mit dem Unternehmen dokumentiert, um möglichst effektiv alle Wünsche und Probleme der Kunden abdecken zu können. Getreu dem Motto: Wer die Probleme und Bedürfnisse von Kunden und Usern zur richtigen Zeit am besten löst oder befriedigt, der gewinnt! Für Neugründungen ist dieses Modell nur bedingt geeignet, da bereits eine Kundengruppe und ein Zielsegment vorhanden sein sollten, um mit möglichst umfassenden Daten arbeiten zu können.

 

Die Imitation bereits vorhandener Geschäftsmodelle

 

Diese Methode der Geschäftsmodell­entwicklung ist weder neu, noch sonderlich innovativ. Allerdings ist sie enorm effektiv, wenn Du bedenkst, dass annähernd 90 Prozent aller Geschäftsmodelle auf einer Imitation und Neukombinierung von bestehenden und erfolgreichen Geschäfts­modellen beruhen. Bei dieser Form der Geschäftsmodell­entwicklung gilt es alle funktionierenden Elemente aus fremden und erfolgreichen Geschäfts­modellen zu einem neuen, innovativen Geschäfts­modell zu vereinen. Eine Lösung, die sich durchaus auch für Neugründungen eignet und ein enormes Potential aufweist. Rocket Internet ist dabei der Meister beim “Kopieren als Geschäftsmodell”. Über Erfolg und Moral dieser Methode der Geschäftmodellentwicklung lässt sich natürlich streiten, wir wollten sie aber nicht unerwähnt lassen.

 

Der wertbasierte Geschäftsmodell­ansatz

 

Thomas Bieger und Stephan Reinhold entwickelten den sog. „wertbasierten Geschäftsmodellansatz“. Dieser zielt auf die ganzheitliche und integrierte Beschreibung der Geschäftstätigkeit eines Unternehmens ab und ist als System von Geschäftselementen zu verstehen, die in einem Geschäftsmodell zusammenspielen. Diese Methode ist eher generischer Natur und kann auf verschiedene Organisationstypen, Branchen und Industrien angewendet werden.

 

Bieger und Reinhold beschreiben die Geschäftsmodell-Elemente ihrer Methode („sechs Dimensionen“) folgendermaßen:

  • Das Leistungskonzept zeigt auf, für welche Kundengruppen welche Leistungen (Produkte/Dienstleistungen) erbracht werden, um Wert zu erzeugen.
  • Das Wertschöpfungskonzept erklärt, wie das Wertversprechen erfüllt wird.
  • Die Kanäle beschreiben, mit welchen Kundengruppen zu welchem Zweck und über welche Kanäle kommuniziert wird und wie die Leistungen erbracht werden, um das Wertversprechen zu erfüllen.
  • Das Ertragsmodell zeigt auf, welche Werte geschaffen werden, wie diese Werte gegenüber Kunden sichtbar gemacht werden und wie der geschaffene Wert für Kunden in Form von Erträgen wieder an das Unternehmen zurückfließt.
  • Die Wertverteilung gibt Aufschluss darüber, welchen Wertbeitrag die Beteiligten des Wertschöpfungsnetzwerkes leisten und wie die erzielten Erträge innerhalb des Unternehmens und an die Anspruchsgruppen verteilt werden.
  • Das Entwicklungskonzept zeigt die evolutionäre und revolutionäre Weiterentwicklung des Geschäftsmodells.

 

 

Das richtige Vorgehen bei der Geschäftsmodell­entwicklung

 

Auch wenn es viele verschiedene Methoden und Möglichkeiten der Geschäftsmodell­entwicklung gibt, so musst Du dennoch für Dich das richtige Vorgehen bei der Geschäftsmodell­entwicklung finden. Das klingt zwar einfach, ist aber die wohl größte Herausforderung auf dem Weg zu einem profitablen Geschäftsmodell. Schließlich gilt es von einem Traum, einem Wunsch oder einer Vorstellung zu einem konkreten Plan zu gelangen, der in der Lage ist die Situation realistisch darzustellen und Deine Chancen auf dem Markt effektiv abzubilden.

 

Das ist oftmals mit viel Arbeit verbunden und muss entsprechend gründlich durchgeführt werden. Schließlich dient Dein Geschäftsmodell nicht nur Banken oder potentiellen Partnern als Bewertungsgrundlage, sondern auch Dir als Modell zur Ermittlung Deines Erfolges und Deines Geschäftsfortschritts. Grundsätzlich musst Du Dich zunächst auf eine Methode festlegen und anhand dieser Methode die einzelnen Bereiche Deines zukünftigen Geschäftsmodells nacheinander entwickeln, aufbauen und in Relation setzen. Besonders gut geeignet ist in dieser Hinsicht das Business Model Canvas, das wir Dir nun etwas näher vorstellen möchten.

 

 

Dein Weg zum Erfolg: Geschäftsmodell­entwicklung mit dem Business Model Canvas

 

Das im Jahr 2008 entwickelte Business Model Canvas ist eine Methode zur Entwicklung von Geschäftsmodellen, die sich schnell durchgesetzt hat und vor allem durch ihre Einfachheit überzeugt. Die Geschäftsmodell­entwicklung mit dem Business Model Canvas hat vor allem den Vorteil, dass sie fließend ist und von Dir immer weiter ergänzt und erweitert werden kann.

 

Du benötigst theoretisch nicht mehr als ein großes Blatt Papier, einen Stift und nach Möglichkeit kleine Post-it-Zettel. Auf dem Papier werden nun die wichtigsten Schlüsselelemente des Unternehmens notiert. Diese sind: Partner, Aktivitäten, Ressourcen, Wertangebote, Kundenbeziehungen, Kundensegmente, Vertriebskanäle, Kosten und Einnahmen.

Das Business Model Canvas von Osterwalder und Pigneur

Das “Business Model Canvas” (Quelle: http://ow.ly/6HwN30hVtqh)

Diese Elemente sind bei jedem Geschäftsmodell von entscheidender Bedeutung. Auf den Post-Its kannst Du nun Deine Ideen und Möglichkeiten notieren und diese den jeweiligen Bereichen zuordnen. So erhältst Du nicht nur einen sehr guten Überblick, sondern hast auch die Möglichkeit die verschiedenen Elemente Deines Geschäftsmodells miteinander in Relation zu setzen. So kannst Du bei der Geschäftsmodell­entwicklung mit dem Business Model Canvas nicht nur ein aktuelles Geschäftsmodell entwickeln, sondern auch Möglichkeiten für die Zukunft bereits jetzt abbilden.

 

Eine genaue Anleitung, wie die Geschäftsmodell­entwicklung mit dem Business Model Canvas funktioniert und was es zu beachten gilt, findest du in unserem Blog-Beitrag “Business Model Canvas: Geschäfts­modelle kompakt visualisieren”. Wenn Du ein tragfähiges und für Dich schlüssiges Geschäftsmodell entwickelt hast, kannst Du daraufhin bspw. auch einen Businessplan erstellen und damit ein Konzept in der Hand halten, das Dir bei Banken oder potentiellen Geschäftspartnern mehr Sicherheit bietet.

 

Abschließend wollen wir festhalten: Eine schlechte Idee mit einem funktionierenden Geschäftsmodell ist immer noch deutlich besser als eine gute Idee ohne solides Geschäftsmodell. Aus diesem Grund solltest Du Dir für die Geschäftsmodell­entwicklung ausreichend Zeit nehmen und alle Eventualitäten und Möglichkeiten umfassend überdenken. In diesem Sinne: Happy Business Modeling!

Du hast eine Geschäftsidee, planst den Aufbau eines Unternehmens oder hast bereits gegründet?

Dann wollen wir dich unbedingt kennenlernen!

Schreib uns eine Nachricht oder rufe uns an. Wir freuen uns!

KONTAKT
Avatar for Niko Emran
Niko Emran

Hi, ich bin Niko. Als Netzwerk-Manager im digitalen Gründerzentrum Einstein1 in Hof unterstütze ich Startups und Jungunternehmer durch Gründungsberatung und Beratung in allen digitalen Fragen. Meine Leidenschaften? Online Marketing und Entrepreneurship!

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Kommentar
Name
E-Mail
Website

Cookie-Einstellung

Treffe bitte eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Deiner Auswahl findest Du unter Hilfe.

Treffe bitte eine Auswahl, um fortzufahren

Deine Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, musst Du eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhältst Du eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analyse-Cookies.
  • Nur First-Party-Cookies zulassen:
    Nur Cookies von dieser Website.

Du kannst deine Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz. Impressum

Zurück