Mindful Leadership – achtsam führen
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Mindful Leadership

Mindful Leadership – achtsam führen

Mindful Leadership wird bereits bei den ganz Großen, wie Apple, Google, Nike und der deutschen SAP AG praktiziert (Und was für die Großen gut ist, kann für Startups so falsch nicht sein.) Diese Unternehmen schulen schon jetzt ihre Mitarbeiter und Führungskräfte in Achtsamkeit, insbesondere in Führungskontexten. Was spricht für achtsame Führung im Unternehmen? Welche Skills braucht der Manager und welche Rolle spielen die Mitarbeiter beim Mindfulness-Prozess? In diesem Beitrag gehen wir genau auf diese Fragen ein und schauen auf den aktuellen Stand der Forschung.

 

Was ist Mindful Leadership?

 

Unter Mindful Leadership versteht man Führung unter Berücksichtigung der wesentlichen Aspekte der Achtsamkeitsbewegung. Vereinfacht: Achtsamkeit ist die Fähigkeit wahrzunehmen, was geschieht, während etwas geschieht, um daraus Rückschlüsse zu ziehen und das eigene Handeln bewusst an die Situation anzupassen.

 

Als Führungskraft in einem Mindful-Leadership-Setting förderst du diese Fähigkeit nicht nur bei dir selbst, sondern auch bei deinen Mitarbeitern, um besssere Rahmenbedingungen im Bezug auf produktives Arbeiten zu schaffen. Du legst Wert darauf die Situation umfassend zu betrachten, die Lage und dein Team so zu sehen wie sie sind und gibst Emotionen den enstprechenden Platz im System. Dem Grundsatz des Achtsamkeitstrainings folgend “wahrnehmen was läuft” und “gelernte und automatisierte Muster unterbrechen” machst du dir ein Bild von der Situation. Dann förderst du dieses Verhalten bei deinen Leuten: Sehen was ist, Daten nutzen, reflexartige Reaktionen vermeiden, analysieren, kreativ werden, Lösungen entwickeln, umsetzen. Danach steigst du wieder in die Beobachtung ein.

 

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Woher kommt Mindful Leadership?

 

Jon Kabat-Zinn wird oft als Begründer der Mindfulnessbewegung genannt. Der studierte Molekularbiologe vom MIT entwickelte die Methode und gründete im Jahr 1995 die ersten Center für Mindfulness. Seine Forschungen: Mindfulness Based on Stress Reduction (MBSR) gelten als erste Anfänge in der Entwicklung der Selbststeuerungsfähigkeit.

 

Was zunächst aussah, wie ein neuer esoterischer Hype stellte sich als wissenschaftlich nachweisbare Methode zur Stressreduktion heraus. Seither werden die Auswirkungen von Meditation und achtsamer Führung weltweit erforscht und Studie für Studie belegt, dass Achtsamkeitstraining Stress reduzieren, die (Er)Lebensqualität und die Work-Life-Balance verbessern kann.

 

Forschungen belegen, dass regelmäßiges Meditieren die Gehirnstruktur verändert (When science meets mindfulness – Harvard Medical School). Besonders wirken sich Mindfulnessübungen auf Gehirnregionen aus, die für das Gedächtnis, Selbstwahrnehmung, Empathie und Stressbewältigung zuständig sind. Teilnehmer von achtsamkeitsbasierten Kursen zur Stressreduktion können bereits nach acht Wochen ihre Gefühle besser kontrollieren, dadurch sind sie konzentrierter und stressfreier.

 

Was bewirkt Mindful Leadership?

 

Für viele Führungskräfte ist Stress ein Tabuthema. Unter Stress leiden, zeugt angeblich von Schwäche oder der Unfähigkeit mit der natürlichen Belastung und der Vielzahl von Herausforderungen in Führungspositionen umzugehen. Fakt ist: jeder hat mit Stress und Stressbewältigung zu tun. Und Führungskräfte haben viel Stress. Gründer noch mehr. Die fundierte Forschung zeigt, dass sich das Stressniveau mit Mindfulness und Mindful Leadership senken lässt.

 

Mindful Leadership geht jedoch weit über die achtsamkeitsorientierte Stressbewältigung hinaus. Im Führungsalltag geht es zum einen um spezifische Situationen im Umgang mit Mitarbeitern, Teams, Kunden und Lieferanten, zum anderen um die Gestaltung von Organisationsveränderungen und der bewussten Weiterentwicklung des Unternehmens und auch der eigenen Karriere und vielleicht sogar des eigenen Lebens.

 

Führung ist eine sehr individuelle Angelegenheit und Führungskräfte müssen sich auf die Vielfalt innerhalb der Mitarbeiterschaft einstellen. Eigenverantwortliches Arbeiten (Selbstführung), wertschätzende Kooperation und Team-Kommunikation, Flexibilität und Innovation werden von Mitarbeitern immer mehr gewünscht und eingefordert. Der Führungsstil muss sich den neuen Gegebenheiten anpassen.

 

Mindful Leadership: Wer nutzt diesen Führungsstil eigentlich?

 

Kaum ein anderer Führungsstil hat jemals so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, wie das Mindful Leadership. Zahlreiche Universitäten, weltweite Gesundheitsinstitutionen, verschiedenste medizinische Bereiche und natürlich die Wirtschaft – fast alle forschen in Sachen Mindfulness und praktizieren es auch.

 

Auch der Vorsitzende des BMW-Aufsichtsrates Norbert Reithofer, der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Ex-RWE-Chef Peter Terium schwören auf Meditation. Mindful Leadership ist längst auch in deutschen Unternehmen angekommen. Anteil an der rasanten Verbreitung der Mindfulness Bewegung haben nicht zuletzt auch die Universitäten.

 

Wie setze ich Mindful Leadership in meinem Unternehmen um?

 

„Führen mit Achtsamkeit“ hat viel mit „Führung durch Vorbild“ zu tun. Es macht Sinn selbst Achtsamkeit zu üben. Schon dadurch wirst du neue Erkenntnisse über dich selbst gewinnen. Du wirst merken, welche Gedanken sich in deinem Kopf wiederholen und wie die Muster ablaufen. Wenn du gelernt hast, dich selbst gut zu beobachten, dann beginnst du dein Team, die Leute genauer zu beobachten, um zu erkennen, was ihnen helfen würde ihren Job besser zu machen.

 

Daneben benutzt du deine Aufmerksamkeit um dein eigenes Stressmanagement zu optimieren. Achtsamkeitstraining gilt als wirksame Methode des Stressmanagements.

 

Darüber hinaus entwickelst du durch regelmäßige Übungen (Meditation, Atemübungen, etc.) deine Kreativität, Problemlösungskompetenz und deine Konzentration. Du wirst merken, dass jeder kleine Fortschritt in deiner Selbststeuerung schon Auswirkungen auf dein Team haben wird.

Also: erst du selbst – dann die anderen. Und: lass dir helfen. Besuche Kurse, lese, trainiere, es lohnt sich.

 

Mindful Risiken – Achtsamkeit darf rationales Denken nicht ersetzen

 

Die größten Risiken bei der Führung mit Achtsamkeit, so der US-Führungskräftecoach und Psychiater David Brendel, sind Vermeidungsstrategien und Gruppenzwänge.

 

Techniken wie Meditation und Mindfulness dürfen nicht dazu führen, schwache Leistungen zu tolerieren. Vermeidungsstrategen nutzen Mindfulness um Probleme zu umgehen. Falsch verstandene achtsame Führung kann verhindern, dass Mitarbeiter im Unternehmen nicht klar konfrontiert werden, wenn sie Erwartungen nicht erfüllen. Achtsamkeit und Mindful Leadership sollen in erster Linie zu konzentrierter und wertschätzender Betrachtung und Analyse führen.

 

Der zweite Kritikpunkt des Psychiaters Brendel bezieht sich auf Gruppenzwänge. Diese entstehen dann, wenn Mitarbeiter, die Mindfulness oder Meditation nicht praktizieren, benachteiligt werden oder sich dazu rechtfertigen sollen. Einen Zwang zur Teilnahme darf es nicht geben, sagt der Psychiater Brendel. Es darf niemand gezwungen werden, Achtsamkeitspraktiken umsetzten zu müssen. Dies widerspricht dem Wesen dieses Ansatzes.

 

Fazit

 

Das achtsame Handeln, so der Achtsamkeitsforscher Niko Kohls von der Hochschule Coburg, fördert die Gesundheit, die Kreativität, die Produktivität und den Teamgeist. Moment, Teamgeist? Ist das nicht genau das, was Führungskräfte wollen und was sich in Produktivitätsanalysen als Erfolgsrezept herausstellte?

 

Der positive Einfluss von Meditation und die Grundsätze von Mindful Leadership auf Vertrauen in die Führungskräfte und das Engagement der Mitarbeiter ist messbar und wird von der immer intensiver werdenden Forschung untermauert.

 

Überlege dir also, ob du diesen Führungsstil erlernen möchtest, um für dein Startup oder Unternehmen neue Perspektiven und Dimensionen zu eröffnen.

 

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Lucie Möllerhenn

Hallo, ich bin Lucie. Ich blogge über Social Media, Gründer- und Digitalisierungs. Mein Background ist BWL mit Schwerpunkt Marketing (Hochschule Hof).

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