Propaganda, Digitalisierung und die Rolle der Medien
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Propaganda Digitalisierung und Medien

Propaganda, Digitalisierung und die Rolle der Medien

Die Bundestagswahl 2017 ist anders als die Präsidentschaftswahl in Amerika. In den sozialen Netzwerken geht es 2017 in Deutschland relativ ruhig zu. Man orakelt zwar noch, dass Putin irgendwie digital eingreift aber das scheint eher ein Fake vom Fake zu sein. An meinem persönlichen Stream in Facebook fällt mir nichts besonderes auf – oder es ist so gut,  dass es in meine Echo-Chamber passt. Dennoch kein Grund zur Entwarnung. Die Digitalisierung krempelt die Propaganda und die Medien (ob traditionell oder sozial) um und für Manipulation ergeben sich völlig neue Möglichkeiten. Nachgedacht:

 

Die Bedeutung deiner Kommunikation liegt in der Reaktion die du erhältst*.

 

Dieser Grundsatz, einmal verinnerlicht ist enorm hilfreich bei der Kommunikation – wer genau aufpasst wie der Adressat auf das Informationsangebot reagiert: Lächeln, Stirnrunzeln, tätlicher Angriff (Spässle) und natürlich die Worte genau wahrnimmt und kalibriert, der sollte sich gut verständigen können.

 

Ähnliche Feedbacks liefert die virtuelle Welt. Es sind die Likes, die Kommentare, die Shares, die zählbaren Feedbacks, kombiniert mit den persönlichen Daten aus den Profilen: sie sind der Treibstoff der Manipulation. In den falschen(?) richtigen(?) Händen (je nach Zugehörigkeit und Standpunkt) können Informationen Stimmungen und Meinungen und sogar Wahlen beeinflussen.

 

Aber auch das ist nichts Neues. Sofort nach der Erfindung der Fotografie wurde die Fotomontage erfunden. Wir selbst manipulieren unsere Erscheinung durch Kleidung, Statussymbole, Make Up und/oder Schönheitschirurgie. Wir wollen gut rüber- und raus kommen. Und wir wollen die öffentliche Meinung (über uns) beeinflussen. Es ist alles eine Frage des Grenzwerts.

 

Digitalisierung optimiert Propaganda…

 

Die Digitalisierung verleiht den Manipulationsmöglichkeiten einen weiteren Boost. Eine Software die unter der etwas sperrigen Bezeichnung „real-time transfer of facial expression“ entwickelt wurde kann Mimik mit Sprache kombinieren. Man kann Menschen (Politikern, Prominenten, Wissenschaftlern, Experten) Wörtern in den Mund legen die sie nie gesagt haben und per optimierten Social-Media-Marketing-Methoden verbreiten. Irgendwie grueselig.

 

 

In der 3Sat-Sendung “Das manipulierte Bild” vom 31.08.2017 wird die Software auf die Gefahren hingewiesen:

 

Normalerweise würde die Universität den Quellcode der Software veröffentlichen - in diesem Fall nicht. Das System ist ideal um damit großen Unfug zu treiben.

 

Diese Aussage gehört unter Fake-News abgelegt. Gespeichertes und sicher?! Möglichkeit und Idee sind veröffentlicht (Das YouTube-Video erreichte über 3,6 Mio. Views). Die Software ist schnell nachgebaut.

 

Im Rahmen von Wirtschaft 4.0 und Digitalisierung bauen wir gerade Videokonferenzräume, setzen auf Skype-Konferenzen und haben womöglich einen gehackten Chef gegenüber der mal schnell die Überweisung von XY-Euro anordnet. Per Telefon und Stimmen-Imitationssoftware ist ja schon ordentlich Geld auf Hacker-Konten verschwunden.

 

& Medien bekommen eine neue Rolle

 

Geprüfte Information. Das wäre doch etwas für die klassischen Medien. Das wäre ihr Spiel, ein tragfähiges Geschäftsmodell für das Rezepienten wieder zahlen wollen würden. 3Sat ist hier auf einem guten Weg. Das wäre eine Chance sich die Rolle der 4. Gewalt zurückzuerobern. Hier setzt Digitalisierung an. Was früher die Korrespondenten-Netzwerke waren müssen die Realitäts-Check-Netzwerke werden. Ein Prüfsiegel für Information könnte geschaffen werden und natürlich Software die Bildmanipulationen erkennt, Videoschnitte offenbart und Stimmen-Manipulation erkennbar macht. Aus den Druckmaschinen müssen Serverfarmen zur Realtime-Kontrolle von Medieninhalten werden.

 

Oder ein Feld für Gründer und StartUps? Ein wirklich großes Problem – Fake News und Digitale Öffentlichkeit – wartet auf eine Lösung, einen Hack. Wie schaut’s aus? Hat jemand eine Idee? (Browserplugin das Retuschierungen markiert, Echtheits-Meter für News, Spin-Score für die öffentliche Meinung, etc.) Wie seht ihr das?

 

(*Richard Bandler, Mitbegründer NLP, Neurolinguistisches Programmieren).

 

 

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Hermann Hohenberger

Phase 1 im Berufsleben: Privater Hörfunk, Moderation, Vertrieb, Studioleitung, Geschäftsführung. Phase 2: Internet: M&A, Geschäftsführung, Vertriebsaufbau, SEO, Troubleshooting. Und jetzt: 2. Karriere: als Geschäftsführer hier Gründer motivieren, unterstützen und die Region weiter bringen.

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