Wie Startup-Kultur die Welt verändert
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Wie Startup-Kultur die Welt verändert

Phänomen Startup – der Hype um junge, innovative Unternehmensgründungen ist noch lange nicht vorbei. Und immer öfter wollen etablierte Unternehmen und Corporates einen Hauch Startup-Kultur schnuppern. Doch worin unterscheidet sich die Kultur in Startups von der in herkömmlichen Firmen? In welchen Ländern und Städten blühen Startups ganz besonders auf? Und was können klassische Unternehmen von Startups lernen?

 

 

Vom Co-Working zum Networking – was Startups erfolgreich macht

 

Zu Beginn eines Startups steht immer eine Vision. Junge Menschen mit großen Ideen trauen sich – inspiriert von vielen anderen Neu-Unternehmerinnen und -Unternehmern – ihr Produkt oder ihre Dienstleistung Wirklichkeit werden zu lassen.

 

Dabei verlassen sie altbekannte Wege und einzwängende Regeln und orientieren sich oft an der Lean Startup Methode. Das ist vor allem deswegen notwendig, weil typische Startups häufig mit geringen finanziellen Mitteln beginnen. Das Klischee von den drei Freunden, die mit ihren Laptops im ehemaligen Kinderzimmer des Elternhauses an der neuen, großen Geschäftsidee basteln, ist oft näher an der Realität, als man glaubt.

Startup-Kultur bei Facebook

So sah die Startup-Kultur in der Anfangszeit von Facebook aus: Mark Zuckerberg mit seinem Team im Studentenwohnheim (Quelle: http://ow.ly/WBrV30kA7qn)

Dieser fast etwas romantische Gründergeist ist es auch, der die Startup-Kultur grundlegend definiert. Und der Markt rundherum reagiert darauf: Vor allem in Großstädten entstehen immer mehr sogenannte Co-Working Spaces. Dort mietest Du dir als Jungunternehmer so viel Fläche und Schreibtische, wie Du und Dein Team für den Anfang benötigt.

 

Flächen wie Konferenzräume und Küche werden von allen ansässigen Startups gemeinsam genutzt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man spart Geld, die Infrastruktur für ein produktives Arbeiten ist bereits vorhanden und die Mietverträge sind flexibel, sodass man bei einer Expansion schnell und unkompliziert mit dem Startup umziehen kann.

 

Da Startups per Definition dafür ausgelegt sind, in kurzer Zeit schnell zu wachsen, ist Flexibilität enorm wichtig. Das klassische Modell mit der Suche nach dem perfekten Betriebsstandort für viele Jahre ist hier weder nötig noch förderlich. Zudem passiert in einem Co-Working Space das Networking mit anderen jungen Unternehmen ganz automatisch. In einem Umfeld mit vielen kreativen, zielstrebigen und leistungsorientierten Menschen wird auch die eigene Einstellung massiv positiv gefördert.

Was Startups und klassische Unternehmen trennt und was sie verbindet

 

Bei Startup Kultur denken viele oft an die Gimmicks in den Büros: Ein Billardtisch im Aufenthaltsraum, Hängematten zum Relaxen und eine hippe Kaffeebar für die Stärkung zwischendurch. Tatsächlich sind all diese Dinge nicht nur witzige Spielereien, sie erfüllen einen wichtigen Zweck für Unternehmensgründer: Das Büro soll in ein zweites Zuhause verwandelt werden.

 

Startups verlangen ihren Gründern und den ersten Mitarbeitern viel ab. Lange Tage und viele Überstunden lassen sich vor allem zu Beginn nicht vermeiden. Damit darunter Motivation und Kreativität nicht leiden, werden in den Arbeitsräumen Möglichkeiten geschaffen, unterhaltsame und entspannende Pausen einzulegen. Der Erfolg dieses Systems blieb nicht unentdeckt. Auch etablierte, traditionelle Unternehmen setzen immer mehr auf eine Wohlfühlatmosphäre dieser Art.

 

Davon abgesehen gibt es aber immer noch große Unterschiede zwischen den verschiedenen Unternehmenskulturen. Einer davon ist die unterschiedliche Arbeitsweise zwischen agil und schnell handelnden Startup-Teams im Gegensatz zu strengen Hierarchieordnungen, die Prozesse lähmen und verlangsamen. Um dieser Herausforderung entgegen zu wirken, setzen etablierte Unternehmen dieser Tage vermehrt auf sog. Corporate-Startup Partnerships. Eine Konstellation, die für beide Seiten Sinn ergeben kann.

 

Großunternehmen mit sehr vielen Mitarbeitern haben außerdem häufig das Problem, wirklich alle Mitarbeiter zur gemeinsamen Zielstrebigkeit anzuspornen. Im alltäglichen Arbeitstrott geht das umfassende Unternehmenskonzept schon einmal verloren, die vollständige Identifizierung mit dem Betrieb findet nicht statt.

 

In der Startup-Kultur ist dies naturgemäß kaum ein Problem. Die Mitarbeiter arbeiten gemeinsam an konkreten Zielen, sind in viele Prozesse eingebunden und teilen einen gemeinsamen Unternehmens-Spirit. Giganten wie Google oder Apple zeigen, dass es auch bei Großunternehmen anders geht. Sie haben es geschafft, auch bei Tausenden Mitarbeitern ein Gefühl von Loyalität und gemeinsamen Unternehmergeist beizubehalten.

Startup-Kultur international – Die besten Standorte für Unternehmensgründer

 

Als Wiege der Startup-Szene gilt natürlich das berühmte Silicon Valley in San Francisco. Es ist das Zentrum innovativer Technologie und bietet (derzeit noch) die besten Voraussetzungen für Gründer und Startups. Bis zu 20.000 Menschen ziehen jährlich ins Silicon Valley, um die neu entstehenden Arbeitsplätze zu füllen.

 

In Asien steht Singapur an erster Stelle in Sachen Startups. Die Metropole ist das Tor zu spannenden Märkten wie Indonesien, Thailand und Vietnam und vor allem bei Unternehmen der Hochtechnologie beliebt. Die örtliche Regierung fördert die Ansiedlung internationaler Startups und bietet die idealen Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Wachstum.

 

Ganz vorne mit dabei in jährlich erscheinenden Standort-Rankings für Startup-Kultur sind auch Helsinki, Stockholm, Tel Aviv und die deutsche Hauptstadt Berlin. Überraschend abgeschlagen zeigt sich hingegen das klassische Wirtschaftszentrum London. Zu hohe Kosten dämpfen hier die Risikobereitschaft junger Unternehmer. Ein Problem, mit dem auch New York City zu kämpfen hat.

 

Wer über keine Investoren verfügt, weicht auf andere Städte aus. Wien und Prag in Europa sowie die amerikanische Stadt Raleigh in North Carolina könnten sich schon bald zu den neuen Powerzentren für Gründer entwickeln. Dank der globalen Ausrichtung und dem digitalen Fokus der meisten Startups ist Flexibilität bei der Standortsuche kein Problem mehr.

 

Das zeigt sich auch bei den Arbeitnehmern: Ein internationales Mitarbeiterteam wird als großer Pluspunkt angesehen. Vielfältige Standpunkte und multikulturelle Problemlösungen bringen Produkte auf das nächste Level. Die Startup-Kultur geht unverkennbar mit einer großen Internationalität einher. Jungunternehmer denken global! Und mit dieser Einstellung verändert die Startup-Kultur die Welt der Wirtschaft.

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Niko Emran

Hi, ich bin Niko. Als Netzwerk-Manager im digitalen Gründerzentrum Einstein1 in Hof unterstütze ich Startups und Jungunternehmer durch Gründungsberatung und Beratung in allen digitalen Fragen. Meine Leidenschaften? Online Marketing und Entrepreneurship!

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