Produktfotos selbst erstellen: 30 Tipps für Beginner
Einstein1 Digitales Gründerzentrum > Tipps + Tutorials  > Startup Know-how  > Produktfotos selbst erstellen: 30 Tipps für Beginner
Holzfußboden mit Zeichnung einer Kamera

Produktfotos selbst erstellen: 30 Tipps für Beginner

Produktfotos sind heute wichtiger als jemals zuvor. Es wird zunehmend schwieriger, sich gegen Konkurrenz und Großhändler durchzusetzen, vor allem im Internet. Was hierbei sehr häufig eine entscheidende Rolle spielt sind gute Produktfotos.

 

Mit ihnen bekommt der Kunde ein besseres Gefühl für das Produkt, kann sich mit ihm identifizieren und wird zum Kauf angeregt. Doch das ist nicht billig: gute Fotos haben ihren Preis – und das auch zurecht.

 

Doch gerade als Gründer und Kleinunternehmer ist es oft schwierig, diese Summen aufzubringen. Deshalb geben wir dir hier 30 Tipps, wie du gute Produktfotos einfach selbst erstellen kannst.

 

 

 

Die Basics der Produkt­fotografie

 

In der Produktfotografie zählen zwei Faktoren: überzeugen und verkaufen. Sieht ein Kunde ein „billig“ wirkendes oder schlecht umgesetztes Foto, wird er misstrauisch. Kurzum: ein schlechtes Produktfoto schreckt ab und wirkt ganz und gar nicht professionell und: es schadet deiner Conversion-Rate und deinem Umsatz im Shop.

 

Das Produkt sollte bei deinem Foto immer im Vordergrund stehen. Hintergrundfarbe, Personen oder hektische (und künstlerische) Elemente dürfen niemals vom Wesentlichen ablenken!

 

Weniger ist hier oft mehr. Im Internet hat man nur sehr wenig Zeit, den Kunden im eigenen Online-Shop von seinen Produkten zu überzeugen und zum Kauf zu animieren.

 

Achte deshalb immer darauf, dass deine Umgebung, in der du fotografierst, zum Thema und Feeling des Produktes passt. Denn so simulierst du den Gebrauch des Produktes deutlich besser. Ein kleines Beispiel dazu: fotografiere Kletterschuhe nicht im Kinderzimmer oder auf dem Küchentisch, sondern dort, wo sie auch verwendet werden. Beispiele wären hier direkt im Kletterpark oder an einer Felswand.

 

Das mag trivial klingen. Jedoch solltest du unbedingt darauf achten, auch wenn es einmal schnell gehen muss. Denn nur weil man ein Foto für sein Produkt hat, muss das nicht gleich heißen, dass dieses auch überzeugt. Bei der Produktfotografie gilt immer: gut planen und Zeit investieren. Am Schluss wartet die Belohnung in Form eines erfolgreichen Verkaufs auf dich.

 

Übrigens, die goldene Regel der Produktfotografie: „Keep your equipment clean!“ Sorge dafür, dass deine Kamera und dein Objektiv sowie dein Produkt frei von Staub und Dreck sind. So hast du bereits ein sehr gutes Ergebnis, ohne noch viel Zeit in der Nachbearbeitung zu verschwenden.

 

 

 

Produktfotos selbst erstellen – diese Ausrüstung benötigst du

 

 

Tipp 1: Wähle die richtige Kamera für deine Produktfotos

 

Ist eigentlich selbstredend, aber natürlich brauchst du, um deine Produktfotos aufzunehmen, eine passende Kamera. Theoretisch funktioniert hier jede Kamera. Sie sollte jedoch ein paar Anforderungen erfüllen, damit du auch ein gutes Ergebnis erzielst.

 

 

Tipp 2: Die Auflösung deiner Kamera

 

Zu Beginn ist es wichtig, sich etwas mit Kameras im Allgemeinen auseinanderzusetzen. Natürlich gibt es hier preislich nach oben keine Grenzen. Es muss aber für gute Resultate nicht immer die oberste Schublade sein. Jede Kamera, die 12 Megapixel oder mehr hat, reicht vollkommen aus, um gute Produktfotos selbst zu erstellen.

 

 

Tipp 3: Manueller Belichtungsmodus

 

Wichtig ist hier, dass die Kamera einen „manuellen Modus“ besitzt. Das ist oft durch ein großes M auf dem Moduswahlrad gekennzeichnet. Wenn du dir nicht sicher bist, lies einfach auf der Website des Herstellers nach oder lass dich im Fachhandel beraten.

 

 

Tipp 4: Warum ist ein manueller Modus von Nöten?

 

Wenn man Produktfotos selbst erstellen möchte ist er wichtig, da du durch den manuellen Modus die vollen Fähigkeiten deiner Kamera kennenlernst. Natürlich hilft dir ein manueller Modus auch, dein Produkt so in Szene zu setzen, wie du es möchtest.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Tipp 5: Der Fokus deiner Kamera

 

Deine Kamera sollte eine manuelle Fokussierung unterstützen. Autofokus ist zwar gut, aber bei weitem nicht so zuverlässig wie eine manuelle Einstellung, wenn es darauf ankommt.

 

Mit einer manuellen Einstellung kannst du selbst entscheiden, ob und wie du bestimmte Teile deines Produkts hervorheben oder verschwinden lassen möchtest.

 

 

Tipp 6: Welches Objektiv für Produktfotografie benutzen?

 

Hast du eine Kamera, bei der man die Objektive wechseln kann? Wunderbar. Dann hast du sicher ein Objektiv mit dazu bekommen, das sog. „Kit-Objektiv“. Meistens haben diese eine Brennweite von 18-55mm und eine Blende von 3,5 – 5,6.

 

Und genau hiermit kannst du deine Produktfotos wunderbar anfertigen. Der Zoom erlaubt dir einerseits schnell und mobil zu sein sowie die Perspektive zu verändern. Du brauchst zudem kein sehr lichtstarkes Objektiv, da wir bei der Aufnahme die hohe Blendenzahl sowieso mit Belichtungszeit kompensieren.

 

Ebenfalls wunderbar für Produktfotos sind 50mm Objektive. Diese kann man ebenfalls sehr vielfältig verwenden, um verschiedene Looks zu erzielen. Hiermit kann man aber nicht zoomen – die Brennweite ist fest!

Kameraobjektive auf gelbem Untergrund

Die Auswahl eines Objektivs ist für deine Fotos zwar von Bedeutung, du kannst aber mit fast jedem Objektiv dein Produkt in Szene setzen. (Quelle: https://bit.ly/2HIc9Hh)

Tipp 7: Das RAW-Aufnahmeformat für Produktfotos nutzen

 

Ebenfalls von Wichtigkeit ist die Möglichkeit, deine Aufnahmen im Rohformat abzuspeichern. Die Dateiendungen können hier von Hersteller zu Hersteller variieren. Die Formate können unter anderem sein: RAW (Canon), ARW (Sony), NEF (Nikon) und ORF (Olympus).

 

Das RAW-Format bringt einige Vorteile mit sich: im Gegensatz zu einem JPEG werden bei einem RAW-Foto jegliche Informationen gespeichert, die der Bildsensor wahrnimmt sowie Informationen über Weißabgleich und ISO. Das erlaubt dir in der Nachbearbeitung eine viel höhere Flexibilität.

 

Du kannst nun später deine Kameraeinstellungen in Bezug auf Farben und Helligkeit in der Nachbearbeitung quasi nahezu ohne jeglichen Qualitätsverlust bearbeiten.

 

 

Tipp 8: Was tun, wenn die Kamera keine RAW-Aufnahmen unterstützt?

 

Wenn du deine eigenen Produktfotos selbst erstellen möchtest, ist ein RAW-Format natürlich wünschenswert, um im Nachhinein größere Anpassungen vorzunehmen. Jedoch ist das auch nicht zwingend notwendig.

 

Aber keine Sorge. Du kannst dein Foto dennoch etwas in der Nachbearbeitung aufhübschen. Jedoch nicht in dem Umfang, der mit einer RAW Datei möglich wäre. Nimmt deine Kamera lediglich im JPEG-Format auf, musst du etwas mehr auf deine Belichtung und deinen Weißabgleich aufpassen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Tipp 9: Das Smartphone als Kamera

 

Selbst wenn du keine dedizierte Kamera besitzt (also eine SLR oder spiegellose Systemkamera) macht das ganz und gar nichts aus. Benutze einfach dein Smartphone! Die meisten Smartphones besitzen genügend Auflösung und ein gutes Objektiv, um Produktfotos selbst erstellen zu können.

 

Am besten lädst du dir noch eine App auf dein Smartphone, die dir das manuelle Einstellen von allen wichtigen Werten erlaubt, sofern dein Smartphone diese Funktionen nicht sowieso schon integriert hat.

 

Mit einer dieser Apps lässt sich nun Belichtungszeit, ISO und Weißabgleich einfach und unkompliziert verstellen. Ebenfalls kann man bei vielen Applikationen das Aufnahmeformat zwischen JPEG, TIFF und DNG umstellen.

 

 

Tipp 10: Hole dir ein Stativ

 

Ein Stativ ist essenziell für die Erstellung von Produktfotos. Dein Bild verwackelt so nicht und es ist leichter Änderungen am Set vorzunehmen, ohne dass du dabei noch eine Kamera in der Hand halten musst.

 

Außerdem ist ein Stativ sehr wichtig, wenn du verschiedene Produkte so identsich wie möglich ablichten möchtest – also wenn sich der Hintergrund und die Beleuchtung nicht verändern soll.

 

Denn wenn sich deine Kamera nicht bewegt ist es einfacher für dich, das Produkt zu bewegen und wie gewünscht in Szene zu setzen. Wichtig bei der Anschaffung eines Stativs ist, dass es drei stabile Beine hat, die mindestens 70 cm ausgefahren werden können.

 

Wenn du eine Kamera verwendest, brauchst du zudem ein Stativ, dass ein ¼ Zoll Gewinde besitzt. Wenn du mit deinem Smartphone deine Produktfotos selbst erstellen möchtest, brauchst du noch eine Halterung dafür. Diese gibt es aber überall zu günstigen Preisen.

Fotograf in einem Studio

Ein Stativ hilft dir in allen Situationen der Produktfotografie deine Kamera ruhig zu halten. (Quelle: https://bit.ly/2FnULGb)

Wähle die richtige Location für deine Produktfotos

 

Nun, da du deine Ausrüstung beisammen hast, kann es losgehen. Doch bei der Produktfotografie solltest du nie etwas überstürzen. Denn du solltest vor dem Fotografieren noch einige Entscheidungen treffen.

 

Produktfotos selbst erstellen bedeutet auch, sich Gedanken um eine Location zu machen. Du kannst deine Fotos entweder an der frischen Luft machen oder in einem kleinen Studio.

 

 

Tipp 11: Aufnahmen in einem Studio

 

Keine Angst, du musst dir jetzt nicht für einen fünfstelligen Betrag ein Fotostudio einrichten. In der Regel lässt sich aus Fundsachen, die man sowieso schon zuhause hat und ein paar Utensilien, etwas tolles zusammenbauen.

 

Am besten suchst du dir für deine Produktfotos einen einfarbigen Hintergrund. Vorzugsweise sollte dieser weiß sein. Wenn du möchtest kannst du aber natürlich auch einen schwarzen, oder anderweitig eingefärbten Hintergrund verwenden – natürlich nur wenn dieser auch nicht vom Produkt ablenkt.

Fotostudio

In den meisten Fällen brauchst du kein teures Studioequipment. (Quelle: https://bit.ly/2GKWyXd)

Tipp 12: Praxisbeispiel für die Vorbereitung von Aufnahmen in einem Studio

 

Zuerst nimmst du dir immer dein Stativ und befestigst die Kamera daran. Platziere die Kamera mit Hilfe des Stativs etwas über der Höhe, auf der sich das Produkt befindet.

 

Ziel soll hierbei sein, dass die Kamera etwas auf das Produkt herabschaut. Hierdurch wird die Tiefe des Produktes deutlich. Das unterstützt eine dreidimensionale Wirkung und lässt das Produkt deutlich plastischer wirken.

 

Eine grobe Regel ist: von je weiter unten du dein Produkt fotografierst, desto mächtiger und überlegener wirkt es. Es nimmt eine dominante, starke Rolle ein. Das kannst du verwenden, wenn du bspw. ein Lebensmittel verkaufst, das Kraft oder Ausdauer verleiht. Allgemein bei Sportprodukten ist diese Methode sehr beliebt.

 

Jedoch gilt auch genau das Gegenteil. Je höher du deine Kamera platzierst, desto schwächer und unterlegener wirkt dein Produkt. Es nimmt eine Nebenrolle in deinem Set ein und steht nicht im Vordergrund. Das impliziert, dass dein Produkt vielleicht eine Ergänzung zu anderen Produkten darstellt.

 

In der Regel gilt: finde deinen eigenen Stil und probiere den Look aus, der die angedachte Bildsprache sowie Produktphilosophie gut untermauert.

 

 

Tipp 13: Praxisbeispiel für die Kamera­einstellungen

 

Nun geht es an die Einstellungen. Wähle den niedrigesten ISO-Wert, den deine Kamera zu bieten hat. Du wirst merken, dass das Bild in der Vorschau deutlich dunkler wird. Das macht aber nichts – darum kümmern wir uns gleich.

 

Jetzt wählst du eine Blendenzahl. Kurze Faustregel: je höher die Blendenzahl, desto schärfer wird dein Bild durch alle Ebenen. Hast du eine sehr geringe Blendenzahl, wird der Bereich vor und nach dem Fokus auf der Bildebene verschwimmen.

 

Wähle nun eine hohe Blendenzahl. Zwischen 8 und 11 sollte optimal sein. Fokussiere nun auf die vorderste Kante deines Produkts oder eben auf den Bereich, der besonders hervorgehoben werden soll. Ist das erledigt, kannst du die Verschlusszeit einstellen.

 

Und das tust du folgendermaßen: Anhand der Belichtungsanzeige deiner Kamera siehst du, ob ein Bild zu hell oder zu dunkel ist. Ist der Pfeil auf der Mitte des Balkens, hat dein Foto die optimale Helligkeit.

 

Nun verlängere die Verschlusszeit so weit, bis dies der Fall ist. Du wirst sehen, dass die Werte der Verschlusszeit sich von bspw. 1/100 auf 1‘‘ verändern. Du belichtest nun in diesem Fall eine ganze Sekunde lang dein Motiv.

 

Stelle nun einen Selbstauslöser auf 2 Sekunden ein oder sorge selbst dafür, dass du die Kamera nicht verwackelst, wenn du den Auslöser betätigst. Jetzt hast du die optimalen Einstellungen für ein scharfes Produktfoto mit wenig Bildrauschen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Tipp 14: Aufnahmen in der Natur

 

Hast du ein Produkt, dass in der Natur verwendet werden kann und soll? Dann fotografiere es auch draußen! Es ist immer gut, dem Kunden den möglichen Nutzen, das Nutzenversprechen, die Value Proposition zu unterbreiten, mit dem er sich auch identifizieren kann.

 

Wenn du also Mode, Sportartikel, Reisezubehör, Outdoor-Artikel oder Ähnliches verkaufst, stelle diese auch adäquat in deinen Produktfotos dar! Suche dir für dieses Foto eine Location aus, die zu einem möglichen Nutzen passt. Den Sportartikel auf dem Sportplatz und das Reisezubehör am Flughafen, Hotel, oder Ähnlichem.

 

Da ein Foto in vollem Einsatz oft auch ablenken kann, kannst du natürlich eine ganze Fotoreihe entwickeln, die sowohl innen, als auch außen aufgenommen wurde. Das hilft dem Kunden, das Produkt auch unabhängig von der Umgebung betrachten zu können.

 

 

So beleuchtest du dein Produkt für die Produkt­fotografie

 

Ohne Licht gibt es keine Fotografie. Das Licht ist das essenzielle Mittel in der Fotografie: gibt es keines, ist das Bild schwarz. Prinzipiell lässt sich alles, was du zuhause an Lampen und Lichtern findest, gut verwenden.

 

Licht ist zwar gut, aber Licht ist oft nicht gleich Licht. Deshalb solltest du dringend auf diese Dinge achten, die gerade, wenn du deine Produktfotos selbst erstellen möchtest, von immenser Bedeutung sind.

 

 

Tipp 15: CRI-Wert

 

Achte darauf, dass der CRI-Wert deines Leuchtmittels mit 90 oder mehr gekennzeichnet ist. Eine genaue Erklärung würde den Rahmen hier sprengen. Nähere Infos zum CRI-Wert findest du hier.

 

 

Tipp 16: Lumen

 

Wenn du mehrere Lampen verwendest, solltest du darauf achten, dass diese nicht zu unterschiedlich hell sind, da sonst unerwünschte Schatten in deinem Foto auftreten können. Beachte, dass die Lumen-Zahl nicht zu sehr voneinander abweichen sollte.

 

 

Tipp 17: Farbtemperatur

 

Die Farbtemperatur ist essenziell wichtig, besonders wenn du im JPEG-Format fotografierst. Korrigiere die Farbtemperatur mit dem Weißabgleich deiner Kamera, so dass weder ein blauer, noch ein gelber Farbstich entsteht.

 

Alternativ kannst du natürlich auch die Automatik zum Festlegen des Weißabgleich verwenden. Denke nur daran, diesen Wert auch manuell einzustellen. Damit entgehst du der Gefahr, dass deine Fotos unterschiedliche Farbtemperaturen haben.

 

Wenn du mehrere Lampen verwendest, solltest du darauf achten, dass diese eine sehr ähnliche Farbtemperatur haben, so dass dein Foto keine Farbunterschiede aufweist. Außer es ist natürlich erwünscht – prinzipiell gibt es in der Fotografie ja keine Grenzen und Verbote was die Kreativität anbelangt.

 

Die Farbtemperatur deines Leuchtmittels wird in Kelvin angegeben.

 

 

Tipp 18: Fotografieren im Sonnenlicht

 

Wenn du an der frischen Luft fotografierst, achte darauf, dass du niemals fotografierst, wenn die Sonne am höchsten steht. Das gibt oft nicht nur unschöne Schatten, sondern wirkt auch sehr flach und bietet weniger schöne Kontraste.

 

Es gibt jedoch eine schnelle und einfache Lösung für dieses Problem: sollte es dir nicht möglich sein, zu einer anderen Uhrzeit zu fotografieren, gibt es einen einfachen Trick. Fotografiere einfach gegen die Sonne! Platziere dein Model oder dein Produkt so, dass es die Sonne verdeckt.

 

 

Tipp 19: Diffusor

 

Fällt das Licht so auf dein Model oder dein Produkt, so dass es unschöne Kanten und Schatten hinterlässt? Auch hier gibt es einen einfachen Trick: suche dir ein Bettlaken, ein großes Tuch oder eine Tischdecke, die lichtdurchlässig sind.

 

Das muss nicht heißen, dass diese komplett durchsichtig sind. Jedoch sollte das Tuch etwas Licht hindurchlassen und nur einen geringen Teil des Lichts blockieren. Halte nun einfach das Tuch vor dein Objekt und probiere aus, wie das Licht nun am besten fällt.

 

Das ist auch besonders in der Mittagszeit eine gute Methode, das Licht und den Schatten zu bändigen. Vorzugsweise solltest du niemals in der Mittagszeit fotografieren, sondern eher in den Morgen- und Abendstunden. Das Licht fällt gleichmäßiger und gedämpfter auf das Fotoobjekt.

Softbox

So wie hier fällt das Licht sehr ungleichmäßig auf dein Produkt. Verwende einen Diffusor. (Quelle: https://bit.ly/2uuuP5u )

Tipp 20: Praxisbeispiel für eine einfache Lichtgeometrie

 

Bei der einfachsten Art einer Lichtgeometrie benötigst du drei Lichtquellen, um deine Produktfotos selbst zu erstellen und auszuleuchten. Das sieht wie folgt aus:

 

Platziere zwei Leuchten links und rechts von deinem Produkt. Eines auf jeder Seite. Die Schatten der jeweiligen Lichtquellen auf dem Produkt sollten sich hiermit bereits so gut wie aufheben. Achte bitte darauf, dass die Leuchtmittel identische CRI-Werte und Lumen sowie Farbtemperatur (Kelvin) haben sollten.

 

Nimm dir nun ein drittes Licht, dass du etwas über deiner Kamera platzierst, so dass es dich nicht stört. Achte darauf, dass diese Lichtquelle direkt auf das zu belichtende Produkt gerichtet ist. Auch hier ist zu beachten, dass die Farbtemperatur und Co. nicht großartig abweichen dürfen, da sonst ein bemerkbarer Farbunterschied entsteht.

 

Wenn möglich, nimm dir für dieses dritte Licht ein etwas stärkeres Leuchtmittel, das mehr Lumen besitzt als die anderen beiden. Hiermit stellst du sicher, dass unerwünschte Schatten der anderen beiden Leuchtmittel eliminiert werden. Wenn du diese Tipps beachtest, kannst du wunderbar deine selbst erstellten Produktfotos ausleuchten.

 

Hier gibt es übrigens eine gute Anleitung, wie man sich selbst ein Lichtzelt für die eigenen Produktfotos anfertigen kann.

 

 

 

Post-Production deiner Produktfotos

 

Jetzt, da du den Auslöser gedrückt hast und dein erstes, tolles Produktfoto in den Händen hältst gilt es, dieses noch etwas in der Nachbearbeitung aufzuhübschen. Jedes Foto, ob es noch so perfekt ist, kann man mit etwas Bearbeitung noch auf ein ganz anderes Level heben.

 

 

Tipp 21: Programme zum Nachbearbeiten

 

Keine Sorge, du brauchst auch hier nicht deine Rücklagen investieren. Gimp ist bspw. ein gutes, kostenloses Open Source Programm, mit dem du im Photoshop-Style deine Fotos bearbeiten kannst.

 

Wer knappe 20€ im Monat ausgeben möchte, für den gibt es Lightroom CC mit Photoshop CC von Adobe im Paket. Alternativ dazu gibt es noch Lightroom 6.12 zum einmaligen Preis von rund 130€. Hiermit lassen sich ebenfalls RAW Fotos bearbeiten und retuschieren.

 

 

Tipp 22: Belichtung korrigieren

 

Beim Erstellen deiner Produktfotos hast du sicher darauf geachtet, dass das Bild weder unter- noch überbelichtet ist. Du kannst aber auch jetzt in der Nachbearbeitung deiner Produktfotos noch etwas daran ändern.

 

Achte darauf, dass das Foto nicht zu dunkel oder zu hell wird. Denn hier besteht die Gefahr, dass einiges an Farbe und Kontrast verloren geht.

 

 

Tipp 23: Arbeiten mit Gradationskurven

 

Die Gradationskurve ist ein kleines Hilfstool, das doch großes in deinen Fotos bewirken kann. Hiermit lassen sich Höhen, Mitten und Tiefen individuell ansprechen, so dass du mehr Kontrolle über die Helligkeit der verschiedenen Bildbereiche hast.

 

Ein guter Tipp ist immer zu versuchen, dass deine Gradationskurve eine leichte „S-Form“ annimmt. Das heißt, dass du deine Höhen etwas heller machst und deine Tiefen etwas dunkler.

 

Durch das Anwenden der Gradationskurve entsteht hierbei ein toller Kontrast. Du wirst merken, wie viel besser und interessanter das Foto aussehen kann.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Tipp 24: Farbe

 

Achte bei deinen Produktfotos dringend darauf, dass nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Farbe im Spiel ist. Das Produkt sollte, egal wie und wo es fotografiert wurde, neutral dargestellt werden.

 

Passe die Farbe so an, dass du damit zufrieden bist. Achte nur darauf, dass keine unerwünschten Farbstiche entstehen. Zu viel Farbe bedeutet weniger Kontrast und mehr Bildrauschen.

 

 

Tipp 25: Farbsäume und chromatische Aberrationen entfernen

 

Du bist vollkommen zufrieden mit deinem Produktfoto, aber bemerkst einen hellen Farbsaum an den Kanten deines Produkts? Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich hierbei um chromatische Aberrationen oder eben Farbsäume.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Tipp 26: Freistellen und Retusche

 

Retuschieren und Freistellen kann oft sehr, sehr hilfreich sein. Wenn du nach dem Aufnehmen deiner Fotos merkst, dass ein Objektiv nicht ganz sauber war und dunkle Flecken auf dem Bild zu sehen sind, musst du dies mit einem Bearbeitungsprogramm entfernen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Tipp 27: Produktfotos nachschärfen

 

Natürlich kann man jedes Produktfoto auch noch ein wenig nachschärfen. Durch ein leichtes Anheben der Schärfe werden Kanten deutlicher und markante Züge und Muster besser sichtbar.

 

Jedoch sollte das auch nicht übertrieben werden! Wird zu sehr nachgeschärft, entsteht unschönes Bildrauschen und die Klarheit und Brillanz des Produktfotos geht verloren.

 

 

 

Exportiere deine Produktfotos

 

Nun, da du deine Fotos bearbeitet hast, kannst du sie endlich abspeichern. Doch so schnell geht das leider nicht. Denn mit deinen selbst erstellten Produktfotos kannst du nicht nur bei Kunden, sondern auch bei Suchmaschinen wie Google punkten.

 

Ziel deines Onlineshops ist es ja, mehr Bekanntheit zu schaffen und Kunden zu generieren. Bessere Sichtbarkeit erreichst du, wenn du deine Fotos nach der Bearbeitung richtig abspeicherst und mit Meta-Daten anreicherst.

 

 

Tipp 28: Produktfotos richtig abspeichern

 

Wenn deine Website schnell lädt mag das nicht nur Google sehr, sondern auch deine Besucher. Sitzt ein Interessent 10 Sekunden vor einer ladenden Website, ist er mit Sicherheit bereits vor dem Aufrufen der eigentlichen Website abgeschreckt und springt ab.

 

Das kannst du ganz leicht verhindern: denn die meisten Datenmengen entstehen in Onlineshops und auf Websites durch Fotos. Diese gilt es nun weboptimiert zu speichern, sodass eine gute Ladezeit garantiert werden kann.

 

Achte darauf, dass dein Foto niemals in Originalgröße abgespeichert hochgeladen wird! Achte bei Website-Projekten immer darauf, Bilder weboptimiert abzuspeichern. Eine Richtlinie, wie ‘groß’ (Dateigröße in kB/MB) ein Bild sein darf, gibt es nicht.

 

Als Faustregel gilt: das Bild sollte so ‘klein’ wie möglich, so ‘groß’ wie nötig sein.

 

Eine gute Qualität des Bildes sollte dennoch immer gewährleistet sein!

GUT: 44 kB, 79 kB, vielleicht auch 280 kB (falls für gute Qualität nötig)

SCHLECHT: 444 kB, 790 kB, 2.800 kB (= 2,8 MB)

 

Eine langsam ladende Website ist der Besucher-Tod schlechthin. Komprimiere deine Bilder und nutze nur die Größe, die du auch wirklich brauchst (hier im Sinne von Bildformat, nicht Dateigröße!).

 

Wähle hierfür die entsprechende Qualität in deinem Bearbeitungsprogramm aus. Meistens gibt es eine extra Option „Foto für Web abspeichern“.

 

Besonders Google mag schnelle Ladezeiten. Lädt eine Seite zu lange wird sie als weniger relevant eingestuft und im Google Ranking weiter hinten platziert. Das bedeutet weniger Sichtbarkeit und Traffic für deinen Onlineshop.

 

 

Tipp 29: Fotos richtig benennen

 

Gerade für den SEO-Bereich (SEO = Suchmaschinenoptimierung) ist es wichtig, deine Fotos richtig zu benennen. Trenne die einzelnen Worte immer durch einen Bindestrich ” – “, benenne sie in Kleinschreibung und nutze auf keinen Fall Umlaute wie ä, ö, ü. Folgendems Schema kannst du problemlos für die Benennung deiner Produktfotos verwenden:

 

namedesprodukts-produktattribut-namedeinesshops.jpg

 

Beispiel: canon-eos-2000d-kit-spiegelreflexkamera-deinfotoshop.jpg

 

So stellst du sicher, dass Suchmaschinen dein Bild besser “lesen” und verstehen können. Zudem kannst du hier gut mit Keywords arbeiten, was sich auch positiv auf die Google Bildersuche auswirken kann.

 

 

Tipp 30: Endlich hochladen!

 

Nun da du deine tollen, neuen und vor allem selbst erstellten Produktfotos hochgeladen hast, solltest du noch eine Sache beachten: das ALT-Attribut. Das ALT-Attribut beschreibt, auf ganz nüchterne Art und Weise, was auf dem Foto zu sehen ist. Fachbegriffe und Eigennamen werden hier weggelassen.

 

Das ALT-Attribut ist ein wichtiges Element im Bereich Bilder-SEO und wird häufig vergessen. Wenn das Foto aus irgendeinem Grund nicht darstellbar sein sollte, wird der im ALT-Attribut festgelegte Text angezeigt. Das ist vor allem wichtig, dass auch der Kunde Bescheid weiß, was an dieser Stelle eigentlich zu sehen wäre.

 

Doch auch Google mag ALT-Attribute. Ein gut gesetztes ALT-Attribut bei deinen Produktfotos kann sich positiv auf dein ein dein Ranking auswirken – besonders in der Bildersuche.

 

 

 

Fazit: Keine Angst vor der eigenen kreativen Ader

 

Du siehst: Produktfotos selbst erstellen ist halb so wild! Vielleicht ist es mehr Aufwand, als du dir vorgestellt hast, aber dennoch siehst du jetzt, wie ein tolles Produktfoto entstehen kann – und das ohne große Kosten.

 

Du wirst auch sehen, dass du besser wirst, je öfter du dich mit der Fotografie auseinandersetzt. Es ist ein Lernprozess, der nicht immer Spaß macht und von Erfolgserlebnissen geprägt ist.

 

Ebenfalls sehr empfehlenswert: YouTube Videos. Zu fast jedem Thema kannst du dir auf der Videoplattform neues Wissen aneignen.

 

In der Fotografie mag es Regeln geben, doch steht deiner Kreativität nichts im Wege. Lass ihr freien Lauf. Und wer weiß – vielleicht bietest du ja eines Tages selbst Produktfotografie als Dienstleistung an.

Avatar for Bjarne Seidel
Bjarne Seidel

Leidenschaftlicher Fotograf. Gründer von Blindbirdy Productions und Student der Medieninformatik an der Hochschule Hof.

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Kommentar
Name
E-Mail
Website