Freelancer – Wireless Life oder Abhängigkeit?

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Freelancer – Wireless Life oder Abhängigkeit?

Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren entscheidend geändert. Alte Berufe sind verschwunden und neue haben sich entwickelt. Vor allem die Digitalisierung hat zu diesem Wandel entscheidend beigetragen.

 

Durch das ständige digitaler werden des Arbeitsmarktes wurden Jobs geschaffen, die vom klassischen Bild des Arbeitnehmers abweichen und deutlich flexibler agieren als festangestellte Mitarbeiter eines Unternehmens, was daraus resultiert, dass sich viele Menschen schnell an die digitale Welt angepasst haben.

 

Einen dieser neuen Berufsgruppen möchten wir euch in diesem Blogbeitrag vorstellen: den Freelancer.

 

 

 

Was ist ein Freelancer?

 

 

 

Ein Freelancer (deutsch: „freier Mitarbeiter“) oder „digitaler Nomade“ hat meist mehrere Arbeitgeber, bei denen er in der Regel einen freien Arbeits- oder Dienstvertrag hat. Dabei führen Freelancer ihre Tätigkeiten selbstständig aus, ohne dabei Angestellte des Unternehmens zu sein.

 

Viele Freelancer sind vor allem in der Grafik- und Mediengestaltung, Suchmaschinenoptimierung, Social Media und im Consulting tätig. Aber auch Künstler, Lehrer/Dozenten und Journalisten können als Freelancer bzw. freie Mitarbeiter klassifiziert werden.

 

 

 

Unterschied Freelancer und Freiberufler

 

 

 

Die Begriffe „Freelancer“ und „Freiberufler“ werden fälschlicherweise oft vermischt oder verwechselt. Jedoch sind beide sehr unterschiedlich:

 

Freelancer haben ein bezahltes Arbeitsverhältnis mit externen Partnern oder Unternehmen, für die sie arbeiten. Sie sind aber nicht fest angestellt und haben kein richtiges Angestelltenverhältnis.

 

Freiberufler beschreibt hingegen die Art der Tätigkeit, die jemand ausführt. Sie sind nach deutschem Recht auch kein Gewerbe und unterliegen somit auch nicht der Gewerbesteuer. Typische Freiberufler-Jobs sind Ärzte, Tierärzte, Anwälte, Architekte und Notare.

 

 

 

Wie und wo arbeiten Freelancer?

 

 

 

Wenn man an die Tätigkeit des Freelancers denkt, hat man oft das stereotypische Bild eines gut gebräunten jungen Mannes im Kopf, der an einem tropischen Strand sitzt, Cocktails schlürft, fast schon nebenbei an innovativen Projekten arbeitet und das Leben genießt.

 

Natürlich ist das eher eine Traumvorstellung, aber es gibt einige wenige Freelancer, die ihren Arbeitsalltag so gestalten können.

 

Was stimmt, ist der Fakt, dass man als freier Arbeiter sein eigener Herr ist und sich seine Aufgaben und Arbeitsabläufe selbst einteilen kann. Man entscheidet selbst, wann, wo und wie man arbeiten will. Man ist selbst für sich und seine Tätigkeiten verantwortlich.

 

Freelancer mit einem großen Kundenstamm mieten sich oft eigene Büro- und Geschäftsflächen und nutzen diese als Arbeitsplatz. Wer sich noch in der Anfangsphase des „freelancen“ befindet, kann Coworking-Spaces nutzen, um neue Kontakte zu Geschäftspartnern oder eventuell Kunden zu knüpfen.

 

 

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Der Coworking Space im Einstein1.

 

 

Für viele reicht aber auch das Homeoffice. Nicht nur wegen der aktuellen Corona-Pandemie, sondern auch, weil man als digitaler Nomade hauptsächlich digitale Geschäftsmodelle verfolgt und seine Arbeits- und Geschäftsabläufe online gestaltet.

 

Man ist auf jeden Fall nicht an einen Ort bzw. ein Büro gebunden und kann zeit- und ortsunabhängig arbeiten.

 

 

 

Wie kommt man als Freelancer an Aufträge?

 

 

 

Social Media und eigene Webseite

 

 

Eine gute Möglichkeit, um an Aufträge zu kommen, ist ein gut gepflegtes Profil auf Präsentationsplattformen wie Facebook und Instagram zu besitzen. Dort kann man sich und seine Dienstleistungen präsentieren. Außerdem tummeln sich viele Kunden ebenfalls auf diesen Seiten bzw. suchen dort nach Anbietern.

 

Auch sollte man sich eine eigene Webseite erstellen, die die eigene Tätigkeit gut darstellt. Optimal ist auch, wenn die Spezialisierung im Vordergrund steht. Ein ansprechend gestalteter Internetauftritt sollte beispielsweise als Webdesigner selbstverständlich sein.

 

 

Empfehlungen und Mundpropaganda

 

 

Eine weitere Methode für die Kundenakquise ist die in Zeiten der Digitalisierung fast schon altmodische Mundpropaganda. Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass ein Freelancer, der gute Arbeit leistet, auch von seiner Kundschaft weiter empfohlen wird an andere, die diese Dienstleistungen ebenfalls in Anspruch nehmen können.

 

Auch ein aussagekräftiges Xing und LinkedIn-Profil können dem Aufbau von Kunden- und Geschäftsbeziehungen helfen.

 

 

Networking Events

 

 

Eine andere Art Geschäftspartner und Kunden zu finden, sind Networking Events. Dort kann man Kontakte innerhalb seiner Branche knüpfen und einen positiven Eindruck vermitteln.

 

Diese Methode sollte aber gut bedacht sein, da sich ein schmaler Grad zwischen „lockeren Business-Gesprächen“ und einem aufdringlichen Visitenkarten verteilen ist. Wichtig ist, locker und unverkrampft an die Sache heranzugehen. Man sollte seinen Fokus aber eher auf andere Methoden setzen und Networking Events nur als kleine Selbstpräsentation sehen.

 

Auch im Einstein1 veranstalten wir regelmäßig Events und Freelancer-Meetups, um Menschen mit Know-how und gleichen Interessen zu vernetzen und sich auszutauschen.

 

Dort sprechen wir über Selbstständigkeit im Allgemeinen, Kundengewinnung, Zeitmanagement, Marketing und Automatisierung. Gerade für Freelancer bietet sich die Möglichkeit sich mit anderen aus der Branche zu vernetzen und wertvolle Kontakte zu knüpfen.

 

 

Auf Freelancer-Plattformen anmelden

 

 

Ein extrem wichtiges Element, wie man als Freelancer an Aufträge kommt, sind Portale. Dort kann man sich in wenigen Schritten anmelden und seine Dienstleistungen anbieten. Oft muss man noch einen kleinen Betrag als Gebühr bezahlen, die meist aber verschmerzbar sind.

 

Positiv ist vor allem der Aspekt, dass man langfristig gute Geschäftsbeziehungen aufbauen kann. Für viele Freelancer ist es auch ein Vorteil, dass man sich nicht „bewerben“ muss, um an Aufträge kommen, da der Kunde selbst auf einen zukommt mit seinem Anliegen. Bei den meisten Portalen muss der Dienstleister auch einen Preis vorgeben. Lästige Verhandlungsgespräche gehören also der Vergangenheit an.

 

Wegen des meist geringen Verdienst eignen sich Freelancer-Plattformen aber oft nur als Nebenverdienst. Wer auch einen hohen Wert auf gute Kommunikation mit seinen Kunden legt, wird hier ebenfalls enttäuscht, da Kommunikation außerhalb der Plattform nicht gestattet ist.

 

Die bekanntesten Portale für Freelancer sind Fiverr, Twago, Freelancermap und Upwork.

 

 

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Freelancer Portal – Fiverr

 

 

Vorteile als Freelancer

 

 

 

Als Freelancer oder digitaler Nomade genießt man viele Vorteile, die andere Arbeitnehmer nicht haben.

 

Zum einen ist da die Beeinflussung der Bezahlung. Wer auf Portalen wie Fiverr seine Dienste anbietet, gibt einen Preis vor, an den sich der Kunde oder Auftraggeber richten muss. Somit hat man den Vorteil, dass man mit guter Arbeit auch genug für seine Dienste verlangen kann.

 

Ein anderer Vorteil, welchen man als freier Mitarbeiter hat, sind die abwechslungsreichen Aufträge, die man von seinen Geschäftspartnern bekommt. So wird einem selten langweilig und man kann an spannenden, innovativen Projekten mitarbeiten und diese nach vorne bringen.

 

Außerdem kann man als Freelancer einfacher seine Familie mit dem Beruf vereinbaren. Die Work-Life-Balance ist für viele ein wichtiges Kriterium bei der Berufswahl und gerade Freelancer können durch das selbstständige Einteilen ihren Berufsalltag besser organisieren und mit ihrem Privatleben vereinbaren.

 

Apropos selbstständig einteilen: Für viele das Argument schlecht hin einer freien Mitarbeit nachzugehen, ist der Punkt sein eigener Herr zu sein und flexibel zu agieren, wenn es um den Arbeitsplatz, die Arbeitszeiten und wichtige Entscheidungen geht. Für viele ist die Flexibilität sehr wichtig und gerade als Freelancer kann man sich den Traum vom eigenen Chef erfüllen.

 

 

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Vorteile als Freelancer

 

 

Nachteile als Freelancer

 

 

 

Trotz der vielen Freiheiten als Freelancer gibt es auch einige Einschränkungen, die dieser Job mit sich bringt.

 

Zum einen ist da der fehlende Kündigungsschutz. Wenn die Arbeit nicht stimmt, kann der Auftraggeber einfach das Projekt einem anderen übergeben. Daher muss man immer konstant gute Leistungen bringen.

 

Als Selbstständiger fehlt natürlich auch der Anspruch auf bezahlten Urlaub und die Fortsetzung auf Entgelt im Krankheitsfall, da man sich in keinem Angestelltenverhältnis befindet. Deshalb ist es wichtig, sich Geld zurückzulegen, um in schlechten Zeiten nicht mit leeren Händen da zu stehen.

 

Daran schließt auch die Abhängigkeit von Aufträgen an. Als Freelancer bekommt man kein festes Gehalt und das eigene Einkommen ist stark an die Auftragslage gebunden.

 

Auch die Wünsche, die man von seinen Kunden bekommt, müssen erfüllt werden. Selbst wenn einem das Projekt nicht gefällt, muss man die Tätigkeit ausführen und sein Projekt fristgerecht abgeben. Natürlich sind nicht alle Projekte langweilig, aber man muss sich als digitaler Nomade stark den Kundenwünschen unterwerfen.

 

 

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Nachteile als Freelancer

 

 

Tipps und Hilfsmittel für Freelancer

 

 

 

Auftragsformen mischen

 

 

Damit keine Langeweile aufkommt, kann man auch die Formen seiner Aufträge mischen. Projekte, die eine längere Laufzeit haben, können dafür genutzt werden, um Kosten zu decken. Kurzfristige Aufträge sind gut geeignet, um das eigene Einkommen aufzustocken.

 

 

Stressige Kunden vermeiden

 

 

Hin und wieder gibt es auch Kunden, die mehr Zeit benötigen, als sie eigentlich sollten. Das kostet viel Zeit und Kraft für den Freelancer und verursacht Stress. Deshalb sollte man diese Kunden von vornherein vermeiden – oder zumindest künftig verhindern.

 

 

Smarte Tools nutzen

 

 

Auch Tools können ein großes Hilfsmittel für jeden Freelancer sein. Egal ob Zeiterfassung für die Abrechnung bei Aufträgen, Rechnungen erstellen, To-do-Listen oder bei der Buchhaltung. Jeder findet irgendein Tool, das ihn im Arbeitsalltag etwas unterstützt.

 

 

Freelancer – Wireless Life oder Abhängigkeit?

 

 

Als Freelancer hat man natürlich viele Freiheiten und kann sich seinen Arbeitsplatz und seine Arbeitszeiten selbst aussuchen. Die Flexibilität ist also sehr ausgeprägt. Dadurch lassen sich natürlich auch Job und Familie besser vereinbaren. Auch die Bezahlung kann man beeinflussen und wer sein Handwerk gut beherrscht, kann sich ein gutes Einkommen sichern.

 

Aber es kann auch anderes kommen: Nicht nur man selbst bestimmt über seine Arbeit, sondern auch der Kunde hat natürlich einen großen Einfluss. Es kann wie bei jedem Arbeitnehmer zu Stress kommen und schwierigen Projekten, die einem zu schaffen machen.

 

Die Vorstellung vom idyllischen am Strand sitzen und nebenbei arbeiten, ist in den meisten Fällen also sehr utopisch und nur wenige Freelancer können diese Traumvorstellung realisieren. In der Realität ist natürlich vieles anders, aber auch nicht alles schlecht.

 

 

 

 

 

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Jan-Lucas Menger

Hey, ich bin Jan-Lucas und Werkstudent im Einstein1. Ich interessiere mich für Online Marketing und alles rund um Entrepreneurship.

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